Gemeinde Losheim am See

Die Gemeinde Losheim am See möchte mit der Erstellung eines kommunalen Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzeptes mögliche Risiken analysieren, Schadensursachen aufarbeiten und die Vorsorge auch für größere Ereignisse umfassend vorantreiben.

Die Gemeinde Losheim am See ist sowohl von Hochwasser des Losheimer Baches und seiner Nebenbäche als auch durch Starkregen bedroht. Die Hochwassergefahren- und Risikokarten zeigen, wo bei einem Hochwasser der größeren Bachläufe, Straßen, Handel und Industrieanlagen betroffen sind – bei einem extremen Hochwasser auch über die ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete hinaus. Schutzanlagen können versagen oder ein noch größeres Hochwasser als 1993 kann die Gemeinde vor noch größere Herausforderungen stellen.

Überschwemmungen durch Starkregen können im gesamten Gemeindegebiet, auch weit abseits der Fließgewässer auftreten und Schäden verursachen. Über Tiefenlinien können unvermittelt Sturzfluten auftreten, die auch Geröll und Schlamm mit sich führen. Der Wasserstand kleiner Gewässer und Gräben kann nach Starkregen schnell ansteigen und Überflutungen verursachen.

Die Gemeinde Losheim am See wird ein kommunales Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept für die gesamte Gemeinde mit ihren 12 Ortsteilen erstellen, um den Stand der Vorsorge in allen Bereichen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Im Rahmen des Vorsorgekonzepts sollen gemeinsam mit der Verwaltung, den Bürgerinnen und Bürgern und weiteren Akteuren wie Gefahrenabwehr, Landnutzer und kritischer Infrastruktur Themen der Starkregen- und Hochwasservorsorge besprochen und gemeinsam Maßnahmen zur Schadensminderung – auch im privaten Bereich – aufgezeigt werden. Das Konzept soll die spezifischen, aufgetretenen und möglichen Probleme und Gefahrenschwerpunkte berücksichtigen, gangbare Lösungen aufzeigen und Maßnahmen konkret benennen. Dazu gehören u.a. auch eine Überprüfung der kritischen Infrastrukturanlagen wie Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung und Stromversorgung sowie die Befahrbarkeit von Verkehrswegen bei Überflutung.

 

Ortsbegehungen

 

Ortsbegehung Britten

09.05.2022

Gemeinsam mit Ortsvorsteher Philipp Ludwig und Löschbezirksführer Benedikt Klauck besichtigten das Planungsbüro und Torsten Bies vom Bauamt der Gemeinde die bekannten kritischen Bereiche in Britten, allen voran die Seniorenresidenz Myosotis und das Tal des Heisbornbaches. In der Straßensenke der Saarstraße an den Seniorenheim kam es bei vergangenen Starkregen immer wieder zu Überschwemmungen, die hauptsächlich die Fahrbahn betrafen. Bei größeren Ereignissen besteht am Seniorenheim, das eine kritische Infrastruktur ist, eine größere Gefährdung der Betroffenheit, insbesondere durch den Ausbau des Kellergeschosses. Eine gezielte Objektberatung soll hier dazu beitragen, Maßnahmen zur Erhöhung der Eigenvorsorge vorzuschlagen, sodass der Betreiber der Einrichtung diese zur eigenen Sicherheit umsetzen kann. Bei der Ortsbegehung wurden weitere, auch aus der im Entwurf vorliegenden Starkregenkarte ermittelten, möglichen Gefahrenbereiche angeschaut, um den Bedarf von Vorsorgemaßnahmen festzustellen und sinnvolle Maßnahmen entwickeln zu können. Zu den Bereichen gehörten Von-Boch-Straße und Akazienweg,  das Bachtal des Heisbornbaches, der mögliche neue Standort des Feuerwehrhauses, der Auslass des EVS-Regenüberlaufbauwerks am Heisbornbach, die Straßen Auf der Fels, Zur Bornwiese und Vogelschau.

 

Ortsbegehung Hausbach

09.05.2022

Der Steinrauschbach durchfließt das Tal in der Ortsmitte Hausbachs. Vor allem entlang der Privatgrundstücke an der Mettlacher Straße besteht hier ein höheres Schadenspotenzial. Bei Ortsbegehung wurden das Planungsbüro und Torsten Bies, zuständiger Projetverantwortlicher des Gemeindebauamts, von Ortsvorsteher Bernd Quinten sowie Vertretern des Ortsrats, der Feuerwehr und des Gemeindeamts für Umwelt begleitet und unterstützt. Die Ortskundigen führten die gruppe zunächst an die Hausbacher Straße am Ortseingang aus Richtung Britten kommend. Das Straßenwasser führte hier bei einzelnen Anliegern bereits zu Überschwemmungen, weil es nicht oberhalb der Bebauung abgeschlagen bzw. durch den Straßenseitengraben aufgenommen wurde. Eine Optimierungsmöglichkeit besteht durch Herstellung einer Notwasserführung über den Wirtschaftsweg in Richtung der Weiher am Seffersbach. 

Die größte Starkregen- und Hochwassergefährdung geht in Hausbach jedoch vom Steinrauschbach aus sowie vom namenlosen Bachlauf, der hinter den Grundstücken in der Straße „Langfeld“ verrohrt unter der L 374 hindurchgeführt wird und unterhalb der Bäckerei Quinten wieder offen in Richtung Steinrauschbach fließt. Der Steinrauschbach kann bei entsprechenden Ereignissen vor allem im westlichen Teil der Mettlacher Straße zu Schäden führen, da hier die Privatgrundstücke bis unmittelbar an den Bach genutzt und teilweise auch überbaut wurden bzw. bauliche Anlagen im möglichen Hochwasserabflussbereich errichtet wurden. Der Durchlass an der höher gelegen Straße „Weiherfeld“ führt bereits zu einem Rückstau und einer gewissen Entlastung für die Grundstücke unterhalb. An den innerörtlichen Durchlässen sind erste Sofortmaßnahmen die Gewässerunterhaltung und Bauwerksunterhaltung, um die Zulauf- und Auslassbereiche an den Durchlässen freizuschneiden, einsehbar zu machen und im Ereignisfall ein Eingreifen zu ermöglichen. Weitere Maßnahmen am Steinrauschbach wurden bereits für die Bereiche außerhalb der Ortslage diskutiert, um vor allem den gezielten Abfluss in die Kanalisation der Mettlacher Straße zu verhindern.

 

Ortsbegehung Bachem

05.05.2022

Am Nachmittag wurde der zweite Ortsteil am Dellbach begangen. Unmittelbar an Rimlingen grenzt Bachem an. Hier quert der Dellbach zunächst die Ortslage und unterhalb den Bahndamm, bevor er nach Brotdorf weiterfließt. Innerorts besteht vor allem Feuerwehrhaus eine ernstzunehmende Hochwassergefahr durch die Mündung von Bormingbach und Dellbach. Auch in Bachem wurden die Gemeindevertreter und das Planungsbüro durch den Ortsvorsteher sowie den Löschbezirksführer unterstützt. Begonnen wurde in der Quellenstraße, wo der Bormingbach nach Verrohrung unter der Zufahrt des Feuerwehrhauses an der Straße dem Dellbach zugeführt wird – nur rund 50 m vor dem Durchlass des Dellbaches unter der Provinzialstraße. Für den Dellbach liegt ein festgesetztes Überschwemmungsgebiet vor, dementsprechend bilden die vorliegenden Gefahrenkarten bereits die bei HQ100 und HQextrem überfluteten Bereiche ab. Vor allem durch den Durchlass im Bahndamm zwischen Bachem und Brotdorf kann es bei größeren Hochwasserereignissen zu einem weiten Rückstau bis in die Bebauung der Altbachstraße und der Provinzial- sowie Willibrordstraße führen. Neben diesen kritischen Bereichen wurden die oberhalb an Dellbach und Bormingbach liegenden Brücken und Durchlässe angeschaut, außerdem u.a. das Entlastungsbauwerk des EVS in den Dellbach, der Einlass am oberen Ende der Franz-Schuhmacher-Straße und der Durchlass des Hausbaches („Seffersbach“) in der Straße Zum Kammerforst.

 

Ortsbegehung Rimlingen

05.05.2022

Der zweite Tag der Ortsbegehungen führte das Planungsbüro in die Ortsteile Rimlingen und Bachem, die beide am Dellbach liegen. Am Vormittag wurde in Rimlingen begonnen, hier gab es einige prekäre Stellen an den innerörtlichen Bächen aufzunehmen. Ausgestattet mit den Hochwassergefahrenkarten des Saarlandes für den Dellbach sowie den im Entwurf vorliegenden Starkregengefahrenkarten für den Ortsteil, zeigte Torsten Bies als Vertreter des Bauamts und Abwasserwerks der Gemeinde dem Planungsbüro die markanten Stellen. Unterstützt wurde er dabei von Vertretern des Bauhofs, des Umweltamts der Gemeinde, der Feuerwehr und dem Ortsvorsteher von Rimlingen. Gemeinsam begann man die Begehung am Feuerwehrhaus, dass abseits des Dellbaches liegt, aber bei Hochwasserereignissen und insbesondere wenn der Durchlass am Wirtschaftsweg verstopft oder vollgefüllt ist, von Überschwemmungen betroffen sein kann. Entgegen der Fließrichtung wurde die Begehung fortgesetzt. Etwas weiter oberhalb „Im Wiesengrund“ befindet sich der Doppelauslass der verrohrten Gewässer Dellbach und Hundelshauserbach. Letzterer fließt komplett verrohrt unter der Rimlinger Straße bis zum Auslass „Im Wiesengrund“, der Dellbach verläuft offen geführt hinter bzw. auf Privatgrundstücken der Straße „Im Dell“, bis er „Im Wiesengrund“ verrohrt im Bordstein geführt wird. Die Fließstrecke „Im Dell“ ist entlang der Privatgrundstücke teilweise durch die Anlieger sehr stark verbaut und auch überbaut, bauliche Anlagen am und über das Gewässer sind errichtet worden, die bei einem Hochwasser des Dellbaches und vor allem bei rasch ansteigendem Wasserspiegel im Fall eines Starkregens zu massivem Rückstau und Ausuferungen des Baches führen würden. Eine hochwassersensible Grundstücksnutzung ist hier auch als Teil der Hochwasservorsorge notwendig. Hierzu soll im Bürgerforum ausführlich informiert und sensibilisiert werden.

Weitere Bereiche der Ortsbegehung waren die Einlassbauwerke des Oppigbaches und des Hundeslshauserbaches „Am Birkwald“ sowie die Zeimetsgräth am „Gangolfswald“ und der Entwässerungsgraben in Verlängerung der Straße „Im Algäu“.

 

Ortsbegehung Scheiden

02.05.2022

Das Projekt der Konzepterstellung zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge für die Gemeinde Losheim befindet sich in den Startlöchern und damit sich das projektbeauftragte Planungsbüro Hömme bereits ein erstes Bild von den einzelnen Ortslagen machen kann, finden nun die ersten Ortsbegehungen gemeinsam mit den örtlichen Vertreterinnen und Vertretern statt. Begonnen wurde am gestrigen Tag in Scheiden, im Beisein des Ortsvorstehers Hans Hamel, von Torsten Bies von den Abwasserwerken sowie mit den Vertretern des Bauhofes und der Feuerwehr.

Insgesamt hält sich das Gefahrenpotenzial Scheidens aufgrund seiner Lage, der Topographie und der örtlichen Gegebenheiten in Grenzen. Jedoch gilt es in diesem Zusammenhang anzumerken, dass die Ortslage bisher von keinem nennenswerten Starkregenereignis betroffen war, sodass es bei der gestrigen Ortsbegehung auch darum ging, potenzielle Gefahrenstellen ausfindig zu machen. Hierbei orientierten sich die Teilnehmer:innen neben den bestehenden Erfahrungswerten an den Darstellungen in den sogenannten Starkregengefahrenkarten, in denen statistisch berechnet, kritische Punkte und Bereiche bei Starkregen abgebildet sind. Die Karten werden auch Gegenstand bei dem noch ausstehenden Bürgerforum sein, um die Bürgerinnen und Bürger über die bestehenden (potenziellen) Gefahrenlagen zu informieren. 

Die Ortsbegehung begann am Bürgerhaus, von wo aus direkt ein Einlassbauwerk in unmittelbarer Nähe, am oberen Wegeabschnitt „Hohe Tannen“, eingesehen wurde. In dieses Bauwerk entwässern gleichzeitig zwei Entwässerungsgräben, was im Starkregenfall zu einer Überlastung führen kann, was so in der Vergangenheit auch schon vorgekommen ist, sodass der Abfluss oberflächlich in die Ortslage bzw. in die Straße „Wagnerbruch“ weitergeleitet wurde. Am besagten Einlassbauwerk wurden grundsätzliche Optimierungsvorschläge baulicher Art vom Planungsbüro Hömme gemacht, die zur Funktionssteigerung bei hoher Belastung beitragen können. Außerdem wurde seitens von Herrn Bies angemerkt, dass dieser Bereich im Zuge der Entflechtungsmaßnahmen durch geeignete Maßnahmen entlastet werden soll. Im weiteren Verlauf der Ortsbegehung wurde dann auch die Straße „Wagnerbruch“ besichtigt, in die das Wasser innerorts eingetragen wurde. Seit dem Ereignis wurden hier Baulücken geschlossen, sodass ein gewisses Gefahrenpotenzial für die dort ansässige Bebauung besteht, insbesondere bei stärkeren als den herkömmlichen Regenereignissen. 

Darüber hinaus wurde der im Osten der Ortslage verlaufende Mühlengraben begangen. Auch hier wurden Entlastungspotenziale vor Ort diskutiert, die den innerörtlichen Gewässerabschnitt entlasten sollen und die es im weiteren Projektverlauf bzw. im Rahmen der anlaufenden Entflechtungsmaßnahmen bei Eignung zu konkretisieren gilt.

Am Ende des Termins wurde ein Bereich gezeigt, der in der Vergangenheit zu unkontrolliertem Oberflächenabfluss auf ein privates Grundstück geführt hat, der aber bereits seitens der Gemeinde entschärft wurde, sodass seither keine Probleme mehr bekundet wurden. Es handelte sich hierbei um den westlich der Poststraße verlaufenden Wirtschaftsweg, in dessen Spurrillen das Wasser konzentriert in südliche Richtung, zur Scheidener Straße geführt wurde. Nach der Aufschotterung des Weges sind keine Schadensfälle mehr bekannt. 

 

Ortsbegehung Waldhölzbach

02.05.2022

Zu Beginn der Ortsbegehung berichtete Herr Feetzki von einem Hochwasserereignis am Hölzbach, infolge dessen Geröll und mitgeführtes Treibgut die Verrohrung an der Walhdölzbacher Straße zusetzte und der Bach auf die Straße übertrat, sodass auch einige Anliegergrundstücke zu Schaden kamen. In den vergangenen 20 Jahren wurden bereits mehrere Maßnahmen zur Entlastung der Gefahrenlage zur Umsetzung gebracht bzw. der letzte Bauabschnitt befindet sich zur Zeit, als Fortsetzung der Offenlegung des Bachlaufes, in der Umsetzung. Grundsätzlich bestehen entlang des innerörtlichen Bachlaufes erhebliche Gefahrenpotenziale für die Anliegerbebauung, da die Grundstücke teilweise unter Bachniveau liegen, sodass diese bei Hochwasser unmittelbar betroffen sind. Die Hochwassergefahr und die diesbezüglichen Optionen der privaten Eigenvorsorge werden umfassend beim örtlichen Bürgerforum thematisiert werden, zu dem noch offiziell eingeladen wird. Grundsätzlich ist es elementar, sich zu den potenziellen Gefahren zu informieren, bestenfalls vor einem solchen Ereignis, um geeignete Maßnahmen, auch auf dem eigenen Grundstück zu ergreifen, um sich bestmöglich zu schützen. Im Fall von Waldhölzbach gab es Berichten zufolge noch kein nennenswertes Starkregenereignis, sodass Prävention hier eine wichtige Rolle spielt, denn solche Ereignisse nehmen unweigerlich zu, sodass ein solcher Fall auch für Waldhölzbach nicht auszuschließen ist. Vor dem Hintergrund der realen Hochwassergefahr am Hölzbach, gilt es auch die am Bach gelegene, kritische Infrastruktur zu betrachten, so auch  das Seniorenzentrum „Zur Mühle“.

Doch nicht nur ein Gewässer birgt bei Starkregen eine Gefahr für die bebaute Ortslage, sondern auch Oberflächenabfluss, der über Flächen und Wege/ Straßen in Richtung der Bebauung weitergeleitet wird. Im Fall von Waldhölzbach bergen die nordwestlich an die Kurstraße angrenzenden, bewaldeten Hangflächen ein solches Gefahrenpotenzial zum unkontrollierten, flächigen bzw. konzentrierten Abfluss. Dies ist in den Starkregengefahrenkarten, die im Zuge des Projektes erstellt werden und aktuell noch im Entwurf vorliegen, deutlich dargestellt. Die Karten zeigen an, dass das Wasser bei einer Starkregenbelastung von der Kurstraße zwischen den Bebauungsriegeln, dem Gefälle nach, zu den unterhalb angrenzenden Straßenzügen (Zum Lachenwald, Buchenstra0e, Zum Heidenpeter, Waldhölzbacher Straße) weitergeleitet wird. Für diese Annahme sprechen auch die entlang der Waldhölzbacher Straße befindlichen Einlassbauwerke. Auch diese Entwässerungssituation wird u.a. Inhalt des Bürgerforums sein, um von den Bürgerinnen und Bürgern zu erfahren, ob es hier bereits zu Schäden oder ähnlichen Beobachtungen gekommen ist, um die entsprechende Defizitanalyse für Waldhölzbach zu vervollständigen.