Gemeinde Losheim am See

Die Gemeinde Losheim am See möchte mit der Erstellung eines kommunalen Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzeptes mögliche Risiken analysieren, Schadensursachen aufarbeiten und die Vorsorge auch für größere Ereignisse umfassend vorantreiben.

Die Gemeinde Losheim am See ist sowohl von Hochwasser des Losheimer Baches und seiner Nebenbäche als auch durch Starkregen bedroht. Die Hochwassergefahren- und Risikokarten zeigen, wo bei einem Hochwasser der größeren Bachläufe, Straßen, Handel und Industrieanlagen betroffen sind – bei einem extremen Hochwasser auch über die ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete hinaus. Schutzanlagen können versagen oder ein noch größeres Hochwasser als 1993 kann die Gemeinde vor noch größere Herausforderungen stellen.

Überschwemmungen durch Starkregen können im gesamten Gemeindegebiet, auch weit abseits der Fließgewässer auftreten und Schäden verursachen. Über Tiefenlinien können unvermittelt Sturzfluten auftreten, die auch Geröll und Schlamm mit sich führen. Der Wasserstand kleiner Gewässer und Gräben kann nach Starkregen schnell ansteigen und Überflutungen verursachen.

Die Gemeinde Losheim am See wird ein kommunales Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept für die gesamte Gemeinde mit ihren 12 Ortsteilen erstellen, um den Stand der Vorsorge in allen Bereichen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Im Rahmen des Vorsorgekonzepts sollen gemeinsam mit der Verwaltung, den Bürgerinnen und Bürgern und weiteren Akteuren wie Gefahrenabwehr, Landnutzer und kritischer Infrastruktur Themen der Starkregen- und Hochwasservorsorge besprochen und gemeinsam Maßnahmen zur Schadensminderung – auch im privaten Bereich – aufgezeigt werden. Das Konzept soll die spezifischen, aufgetretenen und möglichen Probleme und Gefahrenschwerpunkte berücksichtigen, gangbare Lösungen aufzeigen und Maßnahmen konkret benennen. Dazu gehören u.a. auch eine Überprüfung der kritischen Infrastrukturanlagen wie Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung und Stromversorgung sowie die Befahrbarkeit von Verkehrswegen bei Überflutung.

Bürgerforen

Bürgerforum Losheim

22.09.2022

Das Planungsbüro Hömme informierte zunächst rund eine Stunde über die wichtigsten Themen zur Vorbereitung auf Überschwemmungen, wie man sich richtig verhält, was man beachten sollte und wie man sein Haus gegen Hochwasser und Oberflächenabfluss bei Starkregen absichert. Erläutert wurden unter anderem:

  • die Hochwasser- und Starkregengefahrenkarten
  • Hochwasserpegel und -meldungen im online zugänglichen Hochwassermeldezentrum
  • Auswirkungen von Starkregen
  • Versagen der Kanalisation bei Starkregen
  • Sicherung gegen Kanalrückstau und Pflichten für Hausbesitzer
  • (bauliche) Maßnahmen der Flächenvorsorge und des Objektschutzes zum Schutz des Grundstücks/ des Gebäudes vor Hochwasser- und Starkregenabfluss
  • Richtiges Verhalten bei Überschwemmungen

Nähere Informationen und direkte Ansprechpartner zu mobilen und permanenten Schutzsystemen sind hier gelistet.

Im Anschluss an den Vortrag wurde mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über die Problemlagen Losheims diskutiert und die Stellen um weitere Erfahrungswerte ergänzt. Zu den Inhalten, die explizit aufgegriffen und detaillierter erläutert wurden, zählten folgende Problemlagen:

  • Reitanlage/ Vierherrenwald: Oberflächenabfluss wird über Verbindungsweg zwischen Anlage und Bebauung geradewegs in den Siedlungsbereich eingetragen
  • Auf Bandels: Nachfrage zu einer öffentlich betriebenen Pumpe (Was passiert, wenn diese ausfällt?)
  • Merziger Straße, in südwestlicher Ortsrandlage: Betroffenheit durch drückendes Wasser
  • Weinstraße: ein Objekt ist durch topographische Lage wiederholt durch Oberflächenabfluss betroffen
  • Herkeswald/ Weiherberg/ Hochwaldstraße: hohe Belastung bei Starkregen durch Oberflächenabfluss; Hinweis auf Unterhaltungsbedarf eines Rückhaltebeckens
  • Haagstraße: bei Starkregen erheblich wasserführend
  • Im Haag, Höhe Grundstück 52B: erheblich wasserführender Fußweg, der Abfluss aus nördlicher Richtung auf „Im Haag“ leitet, anschließend wird das Wasser nach Süden (über ein Privatgrundstück) geleitet
  • Fortunastraße: hohe Wasserlast entlang der Fortunastraße
  • Aspekte der Gewässerunterhaltung am Losheimer Bach

 

Bürgerforum Wahlen und Niederlosheim

19.09.2022

Nach der Begrüßung und ein paar einleitenden Worten seitens des Wahlener Ortsvorstehers Volker Braun, übernahm Caroline Liebscher vom projektbeauftragten Planungsbüro Hömme das Wort und führte die rund 25 Anwesenden durch die Präsentation zu den Belangen der Hochwasser- und Starkregenvorsorge. Auf der Grundlage der im Entwurf vorliegenden Gefahrenkarten und der Erkenntnisse aus den vorangegangenen Ortsbegehungen wurden jene Problembereiche und neuralgischen Punkte vorgestellt, die sich bei vergangenen Starkregen- und Hochwasserereignissen bereits als (besonders) kritisch erwiesen haben.  Im Anschluss schilderten die Anlieger aus beiden Ortsteilen, die teilweise bereits durch Hochwasser- und Starkregenabfluss betroffen waren, ihre Erfahrungen und benannten Faktoren, die die Situation verschärft haben bzw. die als besonders problematisch wahrgenommen werden.

Eingehend informiert wurden die Bürger:innen auch zu den vielfältigen Themen der privaten und persönlichen Eigenvorsorge: Wie informiere ich mich über die Gefahrensituation in meinem Wohnumfeld? Wo erhalte ich Warnungen? Wie verhalte ich mich richtig – vor, während und nach einer Überschwemmung? Wie sichere ich mein Wohngebäude ab? Was muss ich über Kanalrückstau und Elementarschadenversicherungen wissen? Entsprechende Informationen sind hier einsehbar.

Zu den Inhalten, die seitens der Teilnehmer:innen nochmals explizit aufgegriffen und detaillierter erläutert wurden, zählten folgende Problemlagen:

Wahlen:

  • Klaffenborn: hohe Belastung mit erheblichen Abflusskonzentrationen aus dem östlich angrenzenden Außengebiet; führte bereits zu Schäden auf privaten Anliegergrundstücken 
  • Zum Langenbruch: Starkregenabfluss in der Straße, zusätzliche Gefährdung durch Bachhochwasser
  • Auf dem Klöpfchen: Gefahrenpotenzial durch über den Hang geführten Starkregenabfluss, im Bereich „Zur Ziegelhütte“ kam es bereits bei einem vergangenen Starkregenereignis zu großflächigen Überschwemmungen
  • Neefbach: Prüfung des Rückhaltepotenzials im Außengebiet; stark (teilweise sehr stark) verbauter Gewässerabschnitt innerorts birgt zusätzliches Gefahrenpotenzial bei Hochwasserabfluss = Bedarf nach Sensibilisierung und Information der Gewässeranlieger
  • Römerstraße 8: Problem mit Anschluss an Kanal
  • Kerzenbergstraße: erheblicher Starkregenabfluss aus oberhalb angrenzenden Hohlweg

Für den Ortsteil Niederlosheim gab es seitens der Anwesenden keine inhaltlichen Ergänzungen. Die vom Planungsbüro dargestellten Problemlagen können im zusammenfassenden Protokoll zur Ortsbegehung nachgelegen werden.

 

Bürgerforum Scheiden, Waldhölzbach, Mitlosheim

16.09.2022

Nach der Begrüßung und ein paar einleitenden Worten seitens des Scheidener Ortsvorstehers Hans Hamel, übernahm Caroline Liebscher vom projektbeauftragten Planungsbüro Hömme das Wort und führte die rund 20 Anwesenden durch die Präsentation zu den Belangen der Hochwasser- und Starkregenvorsorge. Auf der Grundlage der im Entwurf vorliegenden Starkregengefahrenkarten und der Erkenntnisse aus den vorangegangenen Ortsbegehungen wurden jene Problembereiche und neuralgischen Punkte vorgestellt, die sich bei vergangenen Starkregen- und Hochwasserereignissen bereits als (besonders) kritisch erwiesen haben. In den Karten sind die Abflusskonzentrationen, Fließgeschwindigkeiten sowie Wassertiefen bei einem 50 mm – und einem 90 mm-Niederschlag (als Stundensumme) dargestellt. Zu den präsentierten Sachverhalten wurden persönliche Einschätzungen und Erfahrungswerte der Anwesenden aufgenommen, die den Handlungsbedarf an einigen Stellen verdeutlichten. Neben der groben Erläuterung zu den Möglichkeiten der kommunalen Starkregenvorsorge, betonte Caroline Liebscher auch die Dringlichkeit und absolute Notwendigkeit der privaten Eigenvorsorge. Hierzu wurden unterschiedliche Aspekte erläutert, die vor, während und nach einem Ereignis zu beachten sind und es wurde aufgezeigt, welche konkrete Maßnahmen man auf dem eigenen Grundstück bzw. am Gebäude umsetzen kann und muss (Sicherung gegen Kanalrückstau), um sich bestmöglich zu schützen. Nähere Informationen zur privaten und persönlichen Eigenvorsorge sind hier gelistet.

Zu den Inhalten, die seitens der Teilnehmer:innen nochmals explizit aufgegriffen und detaillierter erläutert wurden, zählten folgende Problemlagen:

Scheiden:

  • verschärfte Problemlage durch Befestigung eines Waldweges, auf Höhe des Grundstücks „Hohe Tannen 20/21“: Gefährdung durch Oberflächenabfluss
  • vernässte Grundstücksfläche, infolge eines eingerichteten Grabens, der den (Hochwasser-) Abfluss des Lannenbaches entlasten soll, auf höhe des Siedlungsbereiches „Wagnerbruch“
  • Oberflächenabfluss von Scheidener Straße in die Straße Sonnenhang
  • Gefahrenpotenzial durch Oberflächenabfluss im Wohnviertel „Dorfwies“

Mitlosheim

  • Außengebietsentwässerung, westlich des Schwarzwälderweges: Abfluss wird konzentriert über Gräben in den Siedlungsbereich geführt, Einlass- und Durchlassbauwerke funktionieren teilweise nicht, sodass das Wasser dann oberflächlich abfließt, Abschläge im Waldweg zur Ableitung des Wassers in die Waldflächen sind nicht (mehr) vorhanden, u.a. ist die Kanalkapazität zu prüfen, um ggf. die Kapazität des Einlassbereiches anpassen (vergrößern) zu können

Waldhölzbach

  • Springelbach: Gefährdung des Hochwasserabflusses durch erheblichen Eintrag von Material aus östlich angrenzendem, erodierten Feldweg auf der Gemarkung Weiskirchens

Bürgerforum Rissenthal

07.09.2022

Nach den einleitenden Worten seitens der Gemeinde durch Herrn Bies, welcher das Projekt der Konzepterstellung zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge federführend begleitet, wurde den Anwesenden die Problemlagen bzw. potenziellen Gefahrenstellen für den Ortsteil Rissenthal vorgestellt. Hierzu bezog sich das projektbeauftragte Planungsbüro Hömme auf die Darstellungen in den Hochwasser- sowie Starkregengefahrenkarten und ergänzend auf die Erfahrungsberichte, die ihnen bei der vorangegangenen Ortsbegehung aus Sicht der örtlichen Vertreter, geschildert wurden. Die Starkregengefahrenkarten liegen derzeit noch in einer Entwurfsfassung vor und werden nach Freigabe des Konzeptes veröffentlicht werden. Die Gefahrenkarten verdeutlichen, dass es für jeden Einzelnen wichtig ist, sich auf Überschwemmungsereignisse vorzubereiten und über die Gefahren und das konkrete Risiko am Wohnort Bescheid zu wissen, um die Eigenvorsorge optimal anzugehen. Was dazu gehört, wie man sich vorbereitet und im Ereignis verhält und wie man das eigene Wohnhaus hochwassersicher macht – diese Themen wurden im Rahmen der gestrigen Veranstaltung umfassend erläutert. 

In der daran anschließenden Diskussion mit den Teilnehmenden wurden dann Ergänzungen, Anmerkungen und Hinweise zu den Gefahrenpunkten aufgenommen und neue, noch nicht erfasste Punkte ergänzt. Von den Bürgerinnen und Bürgern angesprochene Probleme und Hinweise zur weiteren Aufarbeitung waren:

  • Optimierungsbedarf am Einlassbauwerk an  der Kellerchengräth: ist aktuell für die Einsatzkräfte der Feuerwehr nur schwer zugänglich bzw. kann bei Hochwasserabfluss nur schwer von den örtlich Zuständigen bedient werden
  • massiver Oberflächenabfluss über die Hangflächen, der in den Siedlungsbereich „Im Schlimmfeld“ eingetragen wird
  • Oberflächenabfluss von der Feld- und Waldflur oberhalb des Wohnviertels „Am Kappelwald“: ausgespülter Waldweg, Wasser wird auch in Siedlungsbereich eingetragen
  • Oberflächenabfluss aus den nordwestlich angrenzenden Waldflächen in Richtung Rissenthaler Straße 66/ Rissenthaler Straße 68: Hangrutsch, Weiterleitung von erheblichen Wasser- und Bodenmengen

Bürgerforum Bachem und Rimlingen

05.09.2022

Rund 25 Interessierte waren in die Mehrzweckhalle nach Bachem gekommen, um sich über die Gefahrenlage in den Ortslagen Bachem und Rimlingen bei Hochwasser und durch Starkregen informieren zu lassen und auch um ihre Ideen und Gedanken mit einzubringen bzw. dem Planungsbüro als weitere Arbeitsaufträge mitzugeben. Neben den bereits veröffentlichten Hochwassergefahrenkarten, die die Überschwemmungsflächen des Dellbachs darstellen, wurden auch die im Entwurf zur internen Entwicklung des Konzeptes erstellten Starkregengefahrenkarten präsentiert. Diese werden noch finalisiert und sollen mit dem Konzept später durch die Gemeinde öffentlich zugänglich gemacht werden. Diese Karten stellen die Fließgeschwindigkeiten, Abflusskonzentrationen und Wassertiefen bei einem 50 mm- sowie einem 90 mm-Niederschlag dar (jeweils als Stundensumme).

Nach dem umfangreichen Vortrag zur privaten Eigenvorsorge und persönlichen Vorbereitung auf Überschwemmungsereignisse am eigenen Wohnort sowie dem Verhalten bei Hochwasser und den Möglichkeiten des privaten Objektschutzes, wurden die neuralgischen Punkte für Wustweiler zusammengetragen. Im gemeinsamen Austausch mit den Anwesenden konnten im Wesentlichen die Punkte bestätigt werden, die das Planungsbüro, basierend auf der Kartenanalyse und den Ortsbegehungen, zusammengetragen hatte. Zu den als besonders kritischen Problemlagen, die vielfach im Rahmen der Veranstaltung diskutiert wurden, zählen

für Rimlingen:

  • Kanalrückschlagklappe „Im Wiesengrund“: die Problematik wurde seitens der Gemeinde bereits an die zuständige Behörde (Entsorgungsverband Saar) und wird auch im Rahmen des Projektes Berücksichtigung finden
  • Gefährdung des Hochwasserabflusses des Dellbachs durch private, unsachgemäße Nutzung des Gewässerumfeldes: Bedarf an einer gemeinsamen Gewässerbegehung zur Sensibilisierung der Anlieger

für Bachem

  • Wunsch bezüglich eines zusätzlichen Kanalschachts auf Höhe des Sportplatzes, um Gefahrenlage durch Oberflächenabfluss in der Quellenstraße zu entlasten
  • Gewässerunterhaltung am Dellbach
  • gemeindeübergreifende Hochwasser- und Starkregenvorsorge: Rückhaltung am Dellbach zwischen Bachem und Brotdorf

Ortsbegehungen

Ortsbegehung Mitlosheim

30.05.2022

Mit der Ortsbegehung in Mitlosheim wurde die erste Runde der Besichtigung der bekannten und potenziellen Problem- und Gefahrenlagen für die Gemeinde Losheim abgeschlossen. Im weiteren Projektverlauf werden nun die Termine für die Bürgerforen terminiert, um auch die Erfahrungswerte und Berichte der Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Konzepterstellung berücksichtigen zu können.

Die Teilnehmer der Ortsbegehung in Mitlosheim setzten sich aus dem Ortsvorsteher Tobias Gastauer, einem Vertreter der örtlichen Feuerwehr Dominik Jung sowie den Vertretern der Gemeinde zusammen. Gemeinsam führten sie das Planungsbüro durch die Ortslage , berichteten von vergangenen Ereignissen und bereits auffällig gewordenen abflusskritischen Problemlagen,Da der Taleinschnitt des Lannebaches weit entfernt der Bebauung Mitlosheims liegt und das Gewässer somit nahezu keine Gefahr für die Bebauung darstellt, lag der Fokus vielmehr auf dem Abfluss, der in Gräben oder auch über die westlich an die Ortslage angrenzenden Hangflächen in den Siedlungsbereich geleitet wird und bei vergangenen Regenereignissen bereits zu ersten Schadensmeldungen führte. Im Zuge der Ortsbegehung wurde u.a. das Einlassbauwerk am Schwarzwälderweg besichtigt, an dem ein Graben verrohrt. Im Abschnitt oberhalb wurde zur Entlastung des Bauwerks, damit sich dieses bei einer plötzlichen Beaufschlagung nicht unmittelbar mit Material aus dem angrenzenden Waldgebiet zusetzt, bereits eine Art Treibgutrechen installiert. Bei der Sichtung des Grabensystems wurde der grundsätzliche Unterhaltungsbedarf seitens des projektbeauftragten Planungsbüros angemerkt, so auch die Ertüchtigung eines Grabenabschnitts, um ein unkontrolliertes Ausufern des Abflusses im Ereignisfall zu vermeiden. So oder so bleibt jedoch ein Restrisiko würd die Unterlieger, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Niederschlagsintensitäten, bestehen und bei Überlastung der Verrohrung am Schwarzwälderweg wird der Oberflächenabfluss dem Gelände nach ins Ortsinnere weitergeleitet werden, wodurch sich ein entsprechendes Gefahrenpotenzial für die in Fließrichtung befindliche Bebauung ergibt. Hier ist die private Eigenvorsorge essenziell, um sich bestmöglich zu schützen,- auch hierzu wird das Planungsbüro bei dem noch ausstehenden Bürgerforum referieren (Termin wird zeitnah bekanntgegeben). 

Weitere Abflusskonzentrationen, die vom Außengebiet in Richtung der innerörtlichen Bebauung geleitet werden und besonders die Bebauung der Mitlosheimer Straße und im weiteren Verlauf auch den Straßenzug „Im Flürchen“ betreffen, sind auf die westlich angrenzenden Hangflächen zurückzuführen. Hier wurde ein Wirtschaftsweg seitens der Gemeinde nachgebessert und die Entwässerungsgräben ertüchtigt, um eine Entwässerung über die vorgesehenen Anlagen sicherzustellen und den Abfluss hin zur Bebauung zu vermeiden. Vor Ort konnten dann weitere Ideen zur Entlastung der Problemlage diskutiert werden, die es im weiteren Projektverlauf zu prüfen gilt. 

Zusammenfassend wurde folgende Örtlichkeiten in Mitlosheim besichtigt:

  • Grabensystem, inklusive Durchlass- und Einlassbauwerke im Bereich Schwarzwälderweg
  • Senke im nördlichen Straßenabschnitt der Mitlosheimer Straße
  • Straßenzug Flürchen; Einlasssituation am südlich angrenzenden Wirtschaftsweg
  • Mitlosheimer Straße (geschotterter Weg im Bereich Pintaloosa Alpakas, Entwässerungseinrichtungen im oberhalb angrenzenden Wirtschaftsweg)

Ortsbegehung Losheim

30.05.2022

In Losheim führten Torsten Bies vom Bauamt der Gemeinde, dem Bauhofs, Manfred Schillo vom Baubetriebshof sowie ein Vertreter aus dem Aufgabenbereich der Gewässerunterhaltung das Planungsbüro Hömme durch Losheim, um potenzielle Gefahrenstellen bei Starkregen- und Hochwasserabfluss ausfindig zu machen.Berichten zufolge kam es in Losheim bisher noch zu keinen nennenswerten Schadensereignissen, was die Anwesenden zum einen auf die Rückhaltewirkung des Stausees und zum anderen auch darauf zurückführten, dass es hier noch zu keinem Starkregenereignis kam. Gegenstand der Begehung waren neben dem Stausee der innerörtliche Gewässerabschnitt des Losheimer Baches, der beispielsweise entlang der Bachstraße mehrfach mit privaten Überfahrten, Stegen und Brücken überbaut ist. Solche kurzzeitigen Verrohrungen und im weiteren Fließverlauf eng gefassten Gewässerschnitte bergen im Hochwasserfall ein enormes Risiko für die umgebende Bebauung. Darüber hinaus spielt neben innerörtlichen Gewässern bei Starkregen auch der Wasserabfluss eine Rolle, der konzentriert oder diffus über Straßen oder Flächen in bebaute Siedlungsbereiche geführt wird. Hier orientierten sich die Teilnehmer:innen der Ortsbegehung an den Starkregengefahrenkarten, in denen für ein 50 Liter bzw. 90 Liter Ereignis (Stundenwerte) die Problemlagen dargestellt sind. 

Insgesamt wurden u.a. folgende Örtlichkeiten eingesehen:

  • Stausee
  • Losheimer Bach 
  • Heimlinger Straße (Oberflächenabfluss über südlich angrenzende, langgezogene Hangflächen)
  • Auf Grauenthal (Oberflächenabfluss über nordöstlich angrenzende Flächen)
  • Auf Bandels (Oberflächenabfluss nördlich angrenzende Hangflächen, Rückhaltebecken)

Für eine allumfassende Analyse Losheims sind im weiteren Projektverlauf die Erfahrungswerte der Bürgerinnen und Bürger gefragt, sodass die Erkenntnisse der Ortsbegehung um weitere Gefahren- und Problemlagen, auch solche die potenziell kritisch werden könnten, ergänzt werden können. Hierzu wird es ein Bürgerforum geben, dessen Termin noch bekanntgegeben wird.

Ortsbegehung Wahlen

18.05.2022

Im Ortsteil Wahlen fließen der Neefbach und der Zehrenwiesbach bis zur Querung der Wahlener Straße und der Straße „Auf den Espen“ parallel und dabei in unterschiedlichen und wechselnden Höhenlagen. Sowohl der Neefbach als auch der Zehrenwiesbach fließen abschnittweise verrohrt durch die Bebauung und dann wieder offen hinter und zwischen Privatgrundstücken, mitunter schwer zugänglich und mit privaten Anlagen verbaut, sodass ein erhebliches Gefahrenpotenzial besteht, wenn die Bäche durch Starkregen in kurzer Zeit massiv beaufschlagt werden und ausufern. Eine Sensibilisierung der Anlieger über hochwassersensible Grundstücksnutzung und auch generell über die Gesetzeslage, was erlaubt ist und was nicht am Gewässer, ist erforderlich, um die Situation zu entschärfen. Die Bäche fließen innerhalb Wahlens auf unterschiedlichen Höhenniveaus, sodass es bei Hochwasser des Neefbaches westlich der Wahlener Straße bereits zum Überlaufen bis in den Zehrenwiesbach kam. Man erkennt vor Ort, dass der Neefbach hier nicht im ursprünglichen Taltiefpunkt verläuft.

Weitere kritische Stellen in Wahlen wurden unter anderem in der Kerzenbergstraße, Am Grauenstein und in der Hohbergstraße angeschaut. Hinter den Gebäuden am oberen Teil der Hohbergstraße fließt Außengebietswasser in ein Einlassbauwerk unmittelbar oberhalb der Gebäude, die beim Versagen des Einlasses bzw. beim Überstauen direkt massiv betroffen sind.

 

Ortsbegehung Niederlosheim

18.05.2022

Der Ortsbegehung in Niederlosheim führte Planungsbüro und Gemeinde- sowie Ortsteilvertreter einmal rund durch den Ort und an alle bisher bekannten Problembereiche. Begonnen wurde der Rundgang am Feuerwehrhaus in südliche Richtung, vorbei an der Kirche St. Hubertus, vor der bei Starkregen mitunter auch mal die Fahrbahnsenke mit Wasser vollläuft, bevor es im Kanal abfließen kann. Deutlicher kritischer ist die Situation am Wahlener Bach entlang der Straße Im Schneppenbruch. An den Durchlassbauwerken und kleineren Brücken kann es bei hoher Wasserführung infolge von Starkregen zu einem raschen Überstau und Ausufern des Baches mit vielen betroffenen Anliegern kommen. Zusätzlich läuft dem Wahlener Bach noch das Außengebietswasser der langen gestreckten Hangflächen hinter dem Schulgebäude zu. Auch der Schulhof ist bei Starkregen betroffen, abgeschätzt werden muss, inwieweit auch das Schulgebäude selbst starkregensicher angepasst werden muss. 

Hinter der Grundstücken der Bornstraße besteht ebenfalls durch Starkregen die Tendenz zu massiven Abfluss von den Hangflächen in die Bebauung. Ein angelegtes System von Muldengräben und Einlassbauwerken in den Kanal ist dann unter Umständen schnell überlastet – wenn es denn überhaupt ausreichend funktioniert. Bauliche Verbesserung der Bauwerke und vor allem eine regelmäßige Unterhaltung der Anlagen sind Maßnahmen, die im Rahmen des Konzeptes geprüft und festgehalten werden sollen.

Der Losheimer Bach und die Bereiche Schachenstraße und „Zum Stangenwald“ im nördlichen Teil der Ortslage waren ebenfalls Stationen der Ortsbegehung. Der alte Bahndamm wirkt für Niederlosheim wie ein Rückhaltedamm, der bewirkt, dass viel Wasser in den Flächen außerhalb der Bebauung bei Hochwasser gestaut wird.

 

Ortsbegehung Rissenthal

12.05.2022

Zu Beginn der Ortsbegehung berichteten die Teilnehmer ausführlich über die Ereignisse und die innerörtlichen Konsequenzen der vergangenen Starkregen- und Hochwasserereignisjahre der vergangenen Jahre (Januar 2018, Juli 2021). Um die Problematik im Einzelnen nachzuvollziehen wurde die Kellerchengräth sowie die Große Rissenthaler Gräth begangen. Letztere ist nur temporär wasserführend und verläuft im Oberlauf in einem steilen Kerbtal, was bei Starkregen und einer plötzlichen Beaufschlagung zu erheblichen Fließgeschwindigkeiten sowie zum Abtrag und Transport erheblicher Treibgutmassen führt. Diese Faktoren gehen mit einem erhöhten Schadensrisiko für die Unterlieger einher. Frank Hömme, Geschäftsführer des Planungsbüros, stellte erste Handlungsmöglichkeiten vor, die zur Entschärfung der Situation beitragen können. Jedoch wurde u.a. hier die Private Eigenvorsorge als maßgeblich für die Starkregen- und Hochwasservorsorge herausgestellt. Hierzu wird das Büro auch umfassend bei dem noch ausstehenden Bürgerforum (Termin wird noch veröffentlicht) referieren. Auch sollen im Rahmen der Veranstaltung weitere Hinweise seitens der Bürgerinnen und Bürger zur weiteren Aufarbeitung aufgenommen werden. 

Auch die Kellerchengräth wurde innerorts sowie außerorts besichtigt. Hier diskutierte man u.a. bauliche Veränderungen am Einlassbauwerk, um den Hochwasserabfluss an dieser Stelle verbessert in die Verrohrung abschlagen zu können. Die Vorschläge werden im weiteren Projektverlauf, in Abstimmung mit den Zuständigkeiten, konkreter skizziert werden. 

Zu den weiteren Stationen der Ortsbegehung zählten:

  • Sportplatz, Weckeltergräth
  • Mühlenbach, Situation am Einlassbauwerk
  • Gräth, im Bereich „Im Schlimmfeld“, Hangentwässerung 
  • Prof.-Peter-Wust-Straße: Oberflächenabfluss aus Ost; Entwässerungsgraben und Einlassbauwerk
  • Prof.-Peter-Wust-Straße: Grabenentwässerung in südlicher Ortsrandlage

 

Ortsbegehung Bergen

12.05.2022

Gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde sowie der Gemeindeverwaltung verschaffte sich das projektbeauftragte Planungsbüro Hömme einen Überblick zu den (bekannten) Gefahrenlagen in Bergen. Hierbei wurde der Blick nicht ausschließlich auf bereits vergangene Erfahrungen gerichtet, sondern auch auf Gefahrenpotenziale, die sich bei künftigen stärkeren Regenereignissen für die Ortslage einstellen könnten.

Die Erfahrungen hinsichtlich schwerwiegender Starkregen- sowie Überschwemmungs- und damit einhergehender Schadensereignisse sind für die Ortslage Bergen begrenzt. Ein Bericht bezog sich u.a. auf die Wegeentwässerung der Bergener Straße bzw. des nördlich daran angrenzenden Waldweges, die bei einem vergangenen (Stark-) Regenereignis bereits zu einer Überlastung des damaligen Einlassbauwerks geführt hat, infolgedessen das Wasser oberflächlich über die Bergener Straße abfloss. Das Einlassbauwerk , inklusive des angrenzenden Grabens, wurden baulich zwar optimiert und ertüchtigt, jedoch konnten im Rahmen der Ortsbegehung weitere mögliche Maßnahmen diskutiert werden, die die örtlichen Entwässerungseinrichtungen und den potenziell vulnerablen Bereich im Starkregenfall entlasten sollen. Diese Möglichkeiten gilt es im weiteren Projektverlauf mit den zuständigen Akteuren zu prüfen. 

Für den Rotenbach wird aktuell eine Machbarkeitsstudie erstellt, innerhalb derer u.a. auch der Hochwasserabfluss Berücksichtigung findet. Hierzu tauschten sich die Teilnehmer:innen vor Ort aus und das Planungsbüro Hömme skizzierte Vorschläge, die zur Verbesserung der Situation beitragen könnten. Ein Punkt befasste sich beispielsweise mit der Offenlegung des Rotenbaches im Bereich der Freizeitfläche, sodass hier ein unkontrollierter Abfluss im Falle der Überlastung der Verrohrung bzw. des Einlassbauwerks vermieden wird und dem Gewässer mithilfe einer naturnahen Gestaltung mehr Platz für den Hochwasserabfluss zur Verfügung steht. Auch der weitere Fließverlauf im Bereich des Wohnviertels „Im Bornwald“ sind Gegenstand der Machbarkeitsstudie sowie des Projekts zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge. 

Eine weitere Gefahrenlage, u.a. auch auf der Grundlage der Starkregengefahrenkarten, ging für die Bebauung des Viertels „Im Eichenwäldchen“ hervor. Hier stellen die nördlich angrenzenden, bewaldeten Hangflächen ein Risiko im Starkregenfall dar, für die es im weiteren Projektverlauf entsprechende Maßnahmen zu identifizieren gilt. 

Des Weiteren thematisierten die Ortsvertreter Abflusskonzentrationen, die von Süden, größtenteils über die Landesstraße (L 373), in die Ortslage geführt werden. Dies führt zur Überlastung der dortigen Anlagen zur Entwässerung und stellt somit, insbesondere bei intensiveren Niederschlagsereignissen, ein Schadensrisiko für die Anliegerbebauung dar. Auch dies wurde vom Planungsbüro erfasst und erste Überlegungen zur Entschärfung erläutert.

Ortsbegehung Britten

09.05.2022

Gemeinsam mit Ortsvorsteher Philipp Ludwig und Löschbezirksführer Benedikt Klauck besichtigten das Planungsbüro und Torsten Bies vom Bauamt der Gemeinde die bekannten kritischen Bereiche in Britten, allen voran die Seniorenresidenz Myosotis und das Tal des Heisbornbaches. In der Straßensenke der Saarstraße an den Seniorenheim kam es bei vergangenen Starkregen immer wieder zu Überschwemmungen, die hauptsächlich die Fahrbahn betrafen. Bei größeren Ereignissen besteht am Seniorenheim, das eine kritische Infrastruktur ist, eine größere Gefährdung der Betroffenheit, insbesondere durch den Ausbau des Kellergeschosses. Eine gezielte Objektberatung soll hier dazu beitragen, Maßnahmen zur Erhöhung der Eigenvorsorge vorzuschlagen, sodass der Betreiber der Einrichtung diese zur eigenen Sicherheit umsetzen kann. Bei der Ortsbegehung wurden weitere, auch aus der im Entwurf vorliegenden Starkregenkarte ermittelten, möglichen Gefahrenbereiche angeschaut, um den Bedarf von Vorsorgemaßnahmen festzustellen und sinnvolle Maßnahmen entwickeln zu können. Zu den Bereichen gehörten Von-Boch-Straße und Akazienweg,  das Bachtal des Heisbornbaches, der mögliche neue Standort des Feuerwehrhauses, der Auslass des EVS-Regenüberlaufbauwerks am Heisbornbach, die Straßen Auf der Fels, Zur Bornwiese und Vogelschau.

 

Ortsbegehung Hausbach

09.05.2022

Der Steinrauschbach durchfließt das Tal in der Ortsmitte Hausbachs. Vor allem entlang der Privatgrundstücke an der Mettlacher Straße besteht hier ein höheres Schadenspotenzial. Bei Ortsbegehung wurden das Planungsbüro und Torsten Bies, zuständiger Projetverantwortlicher des Gemeindebauamts, von Ortsvorsteher Bernd Quinten sowie Vertretern des Ortsrats, der Feuerwehr und des Gemeindeamts für Umwelt begleitet und unterstützt. Die Ortskundigen führten die gruppe zunächst an die Hausbacher Straße am Ortseingang aus Richtung Britten kommend. Das Straßenwasser führte hier bei einzelnen Anliegern bereits zu Überschwemmungen, weil es nicht oberhalb der Bebauung abgeschlagen bzw. durch den Straßenseitengraben aufgenommen wurde. Eine Optimierungsmöglichkeit besteht durch Herstellung einer Notwasserführung über den Wirtschaftsweg in Richtung der Weiher am Seffersbach. 

Die größte Starkregen- und Hochwassergefährdung geht in Hausbach jedoch vom Steinrauschbach aus sowie vom namenlosen Bachlauf, der hinter den Grundstücken in der Straße „Langfeld“ verrohrt unter der L 374 hindurchgeführt wird und unterhalb der Bäckerei Quinten wieder offen in Richtung Steinrauschbach fließt. Der Steinrauschbach kann bei entsprechenden Ereignissen vor allem im westlichen Teil der Mettlacher Straße zu Schäden führen, da hier die Privatgrundstücke bis unmittelbar an den Bach genutzt und teilweise auch überbaut wurden bzw. bauliche Anlagen im möglichen Hochwasserabflussbereich errichtet wurden. Der Durchlass an der höher gelegen Straße „Weiherfeld“ führt bereits zu einem Rückstau und einer gewissen Entlastung für die Grundstücke unterhalb. An den innerörtlichen Durchlässen sind erste Sofortmaßnahmen die Gewässerunterhaltung und Bauwerksunterhaltung, um die Zulauf- und Auslassbereiche an den Durchlässen freizuschneiden, einsehbar zu machen und im Ereignisfall ein Eingreifen zu ermöglichen. Weitere Maßnahmen am Steinrauschbach wurden bereits für die Bereiche außerhalb der Ortslage diskutiert, um vor allem den gezielten Abfluss in die Kanalisation der Mettlacher Straße zu verhindern.

 

Ortsbegehung Bachem

05.05.2022

Am Nachmittag wurde der zweite Ortsteil am Dellbach begangen. Unmittelbar an Rimlingen grenzt Bachem an. Hier quert der Dellbach zunächst die Ortslage und unterhalb den Bahndamm, bevor er nach Brotdorf weiterfließt. Innerorts besteht vor allem Feuerwehrhaus eine ernstzunehmende Hochwassergefahr durch die Mündung von Bormingbach und Dellbach. Auch in Bachem wurden die Gemeindevertreter und das Planungsbüro durch den Ortsvorsteher sowie den Löschbezirksführer unterstützt. Begonnen wurde in der Quellenstraße, wo der Bormingbach nach Verrohrung unter der Zufahrt des Feuerwehrhauses an der Straße dem Dellbach zugeführt wird – nur rund 50 m vor dem Durchlass des Dellbaches unter der Provinzialstraße. Für den Dellbach liegt ein festgesetztes Überschwemmungsgebiet vor, dementsprechend bilden die vorliegenden Gefahrenkarten bereits die bei HQ100 und HQextrem überfluteten Bereiche ab. Vor allem durch den Durchlass im Bahndamm zwischen Bachem und Brotdorf kann es bei größeren Hochwasserereignissen zu einem weiten Rückstau bis in die Bebauung der Altbachstraße und der Provinzial- sowie Willibrordstraße führen. Neben diesen kritischen Bereichen wurden die oberhalb an Dellbach und Bormingbach liegenden Brücken und Durchlässe angeschaut, außerdem u.a. das Entlastungsbauwerk des EVS in den Dellbach, der Einlass am oberen Ende der Franz-Schuhmacher-Straße und der Durchlass des Hausbaches („Seffersbach“) in der Straße Zum Kammerforst.

 

Ortsbegehung Rimlingen

05.05.2022

Der zweite Tag der Ortsbegehungen führte das Planungsbüro in die Ortsteile Rimlingen und Bachem, die beide am Dellbach liegen. Am Vormittag wurde in Rimlingen begonnen, hier gab es einige prekäre Stellen an den innerörtlichen Bächen aufzunehmen. Ausgestattet mit den Hochwassergefahrenkarten des Saarlandes für den Dellbach sowie den im Entwurf vorliegenden Starkregengefahrenkarten für den Ortsteil, zeigte Torsten Bies als Vertreter des Bauamts und Abwasserwerks der Gemeinde dem Planungsbüro die markanten Stellen. Unterstützt wurde er dabei von Vertretern des Bauhofs, des Umweltamts der Gemeinde, der Feuerwehr und dem Ortsvorsteher von Rimlingen. Gemeinsam begann man die Begehung am Feuerwehrhaus, dass abseits des Dellbaches liegt, aber bei Hochwasserereignissen und insbesondere wenn der Durchlass am Wirtschaftsweg verstopft oder vollgefüllt ist, von Überschwemmungen betroffen sein kann. Entgegen der Fließrichtung wurde die Begehung fortgesetzt. Etwas weiter oberhalb „Im Wiesengrund“ befindet sich der Doppelauslass der verrohrten Gewässer Dellbach und Hundelshauserbach. Letzterer fließt komplett verrohrt unter der Rimlinger Straße bis zum Auslass „Im Wiesengrund“, der Dellbach verläuft offen geführt hinter bzw. auf Privatgrundstücken der Straße „Im Dell“, bis er „Im Wiesengrund“ verrohrt im Bordstein geführt wird. Die Fließstrecke „Im Dell“ ist entlang der Privatgrundstücke teilweise durch die Anlieger sehr stark verbaut und auch überbaut, bauliche Anlagen am und über das Gewässer sind errichtet worden, die bei einem Hochwasser des Dellbaches und vor allem bei rasch ansteigendem Wasserspiegel im Fall eines Starkregens zu massivem Rückstau und Ausuferungen des Baches führen würden. Eine hochwassersensible Grundstücksnutzung ist hier auch als Teil der Hochwasservorsorge notwendig. Hierzu soll im Bürgerforum ausführlich informiert und sensibilisiert werden.

Weitere Bereiche der Ortsbegehung waren die Einlassbauwerke des Oppigbaches und des Hundeslshauserbaches „Am Birkwald“ sowie die Zeimetsgräth am „Gangolfswald“ und der Entwässerungsgraben in Verlängerung der Straße „Im Algäu“.

 

Ortsbegehung Scheiden

02.05.2022

Das Projekt der Konzepterstellung zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge für die Gemeinde Losheim befindet sich in den Startlöchern und damit sich das projektbeauftragte Planungsbüro Hömme bereits ein erstes Bild von den einzelnen Ortslagen machen kann, finden nun die ersten Ortsbegehungen gemeinsam mit den örtlichen Vertreterinnen und Vertretern statt. Begonnen wurde am gestrigen Tag in Scheiden, im Beisein des Ortsvorstehers Hans Hamel, von Torsten Bies von den Abwasserwerken sowie mit den Vertretern des Bauhofes und der Feuerwehr.

Insgesamt hält sich das Gefahrenpotenzial Scheidens aufgrund seiner Lage, der Topographie und der örtlichen Gegebenheiten in Grenzen. Jedoch gilt es in diesem Zusammenhang anzumerken, dass die Ortslage bisher von keinem nennenswerten Starkregenereignis betroffen war, sodass es bei der gestrigen Ortsbegehung auch darum ging, potenzielle Gefahrenstellen ausfindig zu machen. Hierbei orientierten sich die Teilnehmer:innen neben den bestehenden Erfahrungswerten an den Darstellungen in den sogenannten Starkregengefahrenkarten, in denen statistisch berechnet, kritische Punkte und Bereiche bei Starkregen abgebildet sind. Die Karten werden auch Gegenstand bei dem noch ausstehenden Bürgerforum sein, um die Bürgerinnen und Bürger über die bestehenden (potenziellen) Gefahrenlagen zu informieren. 

Die Ortsbegehung begann am Bürgerhaus, von wo aus direkt ein Einlassbauwerk in unmittelbarer Nähe, am oberen Wegeabschnitt „Hohe Tannen“, eingesehen wurde. In dieses Bauwerk entwässern gleichzeitig zwei Entwässerungsgräben, was im Starkregenfall zu einer Überlastung führen kann, was so in der Vergangenheit auch schon vorgekommen ist, sodass der Abfluss oberflächlich in die Ortslage bzw. in die Straße „Wagnerbruch“ weitergeleitet wurde. Am besagten Einlassbauwerk wurden grundsätzliche Optimierungsvorschläge baulicher Art vom Planungsbüro Hömme gemacht, die zur Funktionssteigerung bei hoher Belastung beitragen können. Außerdem wurde seitens von Herrn Bies angemerkt, dass dieser Bereich im Zuge der Entflechtungsmaßnahmen durch geeignete Maßnahmen entlastet werden soll. Im weiteren Verlauf der Ortsbegehung wurde dann auch die Straße „Wagnerbruch“ besichtigt, in die das Wasser innerorts eingetragen wurde. Seit dem Ereignis wurden hier Baulücken geschlossen, sodass ein gewisses Gefahrenpotenzial für die dort ansässige Bebauung besteht, insbesondere bei stärkeren als den herkömmlichen Regenereignissen. 

Darüber hinaus wurde der im Osten der Ortslage verlaufende Mühlengraben begangen. Auch hier wurden Entlastungspotenziale vor Ort diskutiert, die den innerörtlichen Gewässerabschnitt entlasten sollen und die es im weiteren Projektverlauf bzw. im Rahmen der anlaufenden Entflechtungsmaßnahmen bei Eignung zu konkretisieren gilt.

Am Ende des Termins wurde ein Bereich gezeigt, der in der Vergangenheit zu unkontrolliertem Oberflächenabfluss auf ein privates Grundstück geführt hat, der aber bereits seitens der Gemeinde entschärft wurde, sodass seither keine Probleme mehr bekundet wurden. Es handelte sich hierbei um den westlich der Poststraße verlaufenden Wirtschaftsweg, in dessen Spurrillen das Wasser konzentriert in südliche Richtung, zur Scheidener Straße geführt wurde. Nach der Aufschotterung des Weges sind keine Schadensfälle mehr bekannt. 

 

Ortsbegehung Waldhölzbach

02.05.2022

Zu Beginn der Ortsbegehung berichtete Herr Feetzki von einem Hochwasserereignis am Hölzbach, infolge dessen Geröll und mitgeführtes Treibgut die Verrohrung an der Walhdölzbacher Straße zusetzte und der Bach auf die Straße übertrat, sodass auch einige Anliegergrundstücke zu Schaden kamen. In den vergangenen 20 Jahren wurden bereits mehrere Maßnahmen zur Entlastung der Gefahrenlage zur Umsetzung gebracht bzw. der letzte Bauabschnitt befindet sich zur Zeit, als Fortsetzung der Offenlegung des Bachlaufes, in der Umsetzung. Grundsätzlich bestehen entlang des innerörtlichen Bachlaufes erhebliche Gefahrenpotenziale für die Anliegerbebauung, da die Grundstücke teilweise unter Bachniveau liegen, sodass diese bei Hochwasser unmittelbar betroffen sind. Die Hochwassergefahr und die diesbezüglichen Optionen der privaten Eigenvorsorge werden umfassend beim örtlichen Bürgerforum thematisiert werden, zu dem noch offiziell eingeladen wird. Grundsätzlich ist es elementar, sich zu den potenziellen Gefahren zu informieren, bestenfalls vor einem solchen Ereignis, um geeignete Maßnahmen, auch auf dem eigenen Grundstück zu ergreifen, um sich bestmöglich zu schützen. Im Fall von Waldhölzbach gab es Berichten zufolge noch kein nennenswertes Starkregenereignis, sodass Prävention hier eine wichtige Rolle spielt, denn solche Ereignisse nehmen unweigerlich zu, sodass ein solcher Fall auch für Waldhölzbach nicht auszuschließen ist. Vor dem Hintergrund der realen Hochwassergefahr am Hölzbach, gilt es auch die am Bach gelegene, kritische Infrastruktur zu betrachten, so auch  das Seniorenzentrum „Zur Mühle“.

Doch nicht nur ein Gewässer birgt bei Starkregen eine Gefahr für die bebaute Ortslage, sondern auch Oberflächenabfluss, der über Flächen und Wege/ Straßen in Richtung der Bebauung weitergeleitet wird. Im Fall von Waldhölzbach bergen die nordwestlich an die Kurstraße angrenzenden, bewaldeten Hangflächen ein solches Gefahrenpotenzial zum unkontrollierten, flächigen bzw. konzentrierten Abfluss. Dies ist in den Starkregengefahrenkarten, die im Zuge des Projektes erstellt werden und aktuell noch im Entwurf vorliegen, deutlich dargestellt. Die Karten zeigen an, dass das Wasser bei einer Starkregenbelastung von der Kurstraße zwischen den Bebauungsriegeln, dem Gefälle nach, zu den unterhalb angrenzenden Straßenzügen (Zum Lachenwald, Buchenstra0e, Zum Heidenpeter, Waldhölzbacher Straße) weitergeleitet wird. Für diese Annahme sprechen auch die entlang der Waldhölzbacher Straße befindlichen Einlassbauwerke. Auch diese Entwässerungssituation wird u.a. Inhalt des Bürgerforums sein, um von den Bürgerinnen und Bürgern zu erfahren, ob es hier bereits zu Schäden oder ähnlichen Beobachtungen gekommen ist, um die entsprechende Defizitanalyse für Waldhölzbach zu vervollständigen.