Gemeinde Gersheim

Die Gemeinde Gersheim möchte mit der Erstellung eines örtlichen Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzeptes mögliche Risiken analysieren, Schadensursachen aufarbeiten und die Versorge auch für größere Ereignisse umfassend vorantreiben.

Die Gemeinde Gersheim ist sowohl von Flusshochwasser der Blies als auch von Über­schwemmungen durch Starkregen bedroht. Die Hochwassergefahren- und Risikokarten  zeigen, wo bei einem Hochwasser der Blies Siedlungen, Straßen, Handel und Industrieanlagen betroffen sind – bei einem extremen Hochwasser auch über die ausge­wiesenen Überschwemmungsgebiete hinaus. Vor Flusshochwasser, wie das an der Blies im Dezember 1993, ist die Gemeinde durch Deiche und Dämme nicht vollends geschützt. Die Schutzanla­gen können versagen oder ein noch größeres Hochwasser als 1993 kann die Gemeinde vor noch größere Herausforderungen stellen

Überschwemmungen durch Starkregen können im gesamten Gemeindegebiet, auch weit ab­seits der Blies auftreten und Schäden verursachen. Über Tiefenlinien können unvermittelt Sturzfluten auftreten, die auch Geröll und Schlamm mit sich führen. Der Wasserstand kleiner Gewässer und Gräben kann nach Starkregen schnell ansteigen und Überflutungen verursa­chen.

 

Bürgerforen

Bürgerforum Medelsheim, Walsheim, Peppenkum, Seyweiler, Utweiler

05.04.2022

Nach der Begrüßung und ein paar einleitenden Worten seitens des Bürgermeisters Michael Clivot und Frank Hömme, übernahm Caroline Liebscher vom projektbeauftragten Planungsbüro Hömme das Wort und führte die rund 50 Anwesenden durch die Präsentation zu den Belangen der Hochwasser- und Starkregenvorsorge. Auf der Grundlage der im Entwurf vorliegenden Starkregengefahrenkarten und der Erkenntnisse aus den vorangegangenen Ortsbegehungen wurden jene Problembereiche und neuralgischen Punkte vorgestellt, die sich bei vergangenen Starkregen- und Hochwasserereignissen bereits als (besonders) kritisch erwiesen haben. In den Karten sind die Abflusskonzentrationen, Fließgeschwindigkeiten sowie Wassertiefen bei einem 50 mm – und einem 90 mm-Niederschlag (als Stundensumme) dargestellt. Die gerechneten Grundlagen konnten sowohl im Zuge der Ortsbegehungen als auch durch die Teilnehmer:innen der gestrigen Veranstaltung in großen Teilen bestätigt werden. Zu den präsentierten Sachverhalten wurden persönliche Einschätzungen und Erfahrungswerte der Anwesenden aufgenommen, die den Handlungsbedarf an einigen Stellen verdeutlichte. Neben der groben Erläuterung zu den Möglichkeiten der kommunalen Starkregenvorsorge, betonte Caroline Liebscher auch die Dringlichkeit und absolute Notwendigkeit der privaten Eigenvorsorge. Hierzu wurden unterschiedliche Aspekte erläutert, die vor, während und nach einem Ereignis zu beachten sind und aufgezeigt, welche konkrete Maßnahmen man auf dem eigenen Grundstück bzw. am Gebäude umsetzen kann und muss (Sicherung gegen Kanalrückstau), um sich bestmöglich zu schützen. Nähere Informationen zur privaten und persönlichen Eigenvorsorge sind hier gelistet.

Zu den Inhalten, die seitens der Teilnehmer:innen nochmals explizit aufgegriffen und detaillierter erläutert wurden, zählten folgende Problemlagen:

  • Medelsheim – Im Allmend: Oberflächenabfluss über ackerbaulich genutzte Flächen im angrenzenden Außengebiet werden über die Zollstraße hier hin weitergeleitet (Graben entlang der Zollstraße wird nach Angaben der Gemeinde nach Möglichkeit verlängert werden)
  • Medelsheim – St. Martin-Straße, Hausnummer 18 (ehemals durch Oberflächenabfluss aus der Straße betroffen)
  • Medelsheim – Burgstraße: Einlaufschächte im Bereich des Brunnens sind zu klein (Roste in Burgstraße sollen nach Angaben der Gemeinde sukzessive ausgetauscht werden)
  • Walsheim – Sportplatz: betroffen durch Rückstau am Hetschenbach
  • Walsheim – Oben am Dorf: viel Oberflächenabfluss aus dem Wald führt zur Überlastung/ zum Versagen der (nicht ausreichend dimensionierten sowie unterhaltenen) Entwässerungseinrichtungen (Termin mit Forst ausstehend)
  • Walsheim – Pegel: falsche Platzierung (?), Flächen im Vorfeld sind bereits überschwemmt, noch bevor am Pegel kritische Wasserstände angezeigt werden
  • Peppenkum – Riesweilerstraße, Hausnummer 6: oft durch Bickenalb eingestaut (Bedarf: Rückhaltung im Außengebiet, Installation eines Treibgutfanges, Intensivierung der Gewässerunterhaltung)

Weitere Hinweise und Anregungen können weiterhin über das Kontaktformular gemeldet werden.

Rubenheim, Herbitzheim, Bliesdalheim

24.03.2022

Für die Ortsteile Rubenheim, Herbitzheim und Bliesdalheim fand am Donnerstagabend das Bürgerforum in der Bürgerhaushalle in Herbitzheim statt. Die interessierten Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich anschließend auch an der Diskussion über die aus ihrer Sicht größten Probleme bei Starkregen.

Bürgermeister Michael Clivot begrüßte die rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den eingeladenen Ortsteilen Rubenheim, Herbitzheim und Bliesdalheim und eröffnete die Veranstaltung. Neben sich begrüßte er neben dem Planungsbüro auch den Leiter der Bauabteilung der Gemeinde, Stefan Gebhart, und dessen Mitarbeiter Wolfgang Homberg. Sie alle standen nach dem Vortrag von Volker Thesen (Planungsbüro Hömme GbR) für Fragen zur Verfügung. Zunächst wurden jedoch das Thema Hochwasser und Starkregen und die Notwendigkeit sowie die einzelnen Schritte für die persönliche Vorbereitung auf zukünftige Ereignisse umfangreich und mit vielen Beispielen erläutert. Ziel war es zu vermitteln, wie wichtig neben einer guten Vorbereitung auf Überschwemmungen durch Flüsse, Bäche und Starkregenabflüsse auch der private Objektschutz und die Risikovorsorge sind, um bei großen Niederschlägen abgesichert zu sein und Schäden im und am Haus zu vermeiden. Informiert wurde ausführlich über die Eigenvorsorge – beginnend mit der Information über die Gefahren in jedem Ortsteil, die richtige Vorbereitung auf ein Ereignis, das angepasste Verhalten vor, während und nach einer Überschwemmung und bauliche Möglichkeiten, um Wassereintritt in das Haus zu verhindern.

Im Anschluss wurden die je Ortsteil bei den Ortsbegehungen und der Analyse der vorliegenden Gefahrenkarten ermittelten Gefahrenstellen vorgestellt und in der Diskussion und offenen Runde im Plenum erweitert und ergänzt. Von den Bürgerinnen und Bürgern angesprochene Probleme und Hinweise zur weiteren Aufarbeitung waren:

  • Treibgut und Totholz in der Blies und Gewässerunterhaltung entlang der Ortslagen
  • Säuberung der Kanaleinlässe
  • Hochwasserangepasste Nutzung von Privatgrundstücken an Gewässern
  • Einlassbauwerke von Rehweilerbach und Laubenbach
  • Kanalsituation in der Straße „Am Kegelplatz“ in Bliesdalheim
  • Abfluss entlang der Kremelstraße in Herbitzheim

Weitere Hinweise und Anregungen können weiterhin über das Kontaktformular gemeldet werden.

 

Gersheim, Reinheim, Niedergailbach

09.03.2022

Das erste Bürgerforum in der Gemeinde fand für die Ortsteile Gersheim, Reinheim und Niedergailbach im Kulturhaus statt. Rund 30 Personen waren zur Veranstaltung gekommen, zusätzlich wurde sie live auf der Webseite der Gemeinde übertragen. In Vertretung des erkrankten Bürgermeisters begrüßte Verwaltungsmitarbeiter Wolfgang Homberg die anwesenden Bürgerinnen und Bürger und übergab die Leitung  des Abends an Frank Hömme und Volker Thesen vom Planungsbüro Hömme weiter. Mit ihrer Präsentation stellten sie zunächst das Büro und anschließend das Projekt zur Erstellung des Vorsorgekonzepts vor. Die anschließende Präsentation umfasste die Themen Hochwasser der Blies und Überschwemmungen durch Starkregen in den genannten Ortsteilen. Vorgestellt wurden die bereits vorliegenden Hochwassergefahrenkarten und die im Rahmen des Projektes erstellten Gefahrenkarten für Starkregenereignisse. Diese Karten stellen die Fließgeschwindigkeiten, Abflusskonzentrationen und Wassertiefen bei einem 50 mm- sowie einem 90 mm-Niederschlag dar (jeweils als Stundensumme).

Für jeden Ortsteil wurden die entsprechenden Gefahrenkarten vorgestellt und die aus Kartenanalyse sowie den bereits 2021 durchgeführten Ortsbegehungen ermittelten Defizitstellen und neuralgischen Punkte für die weitere Maßnahmenentwicklung gezeigt. Diese konnten durch die Bürgerinnen und Bürger vor Ort oder weiterhin über das Onlineformular ergänzt werden. 

Der Mitschnitt der Veranstaltung kann auf hier auf YouTube angeschaut werden.

 

Ortsbegehungen

 

Peppenkum und Utweiler

05.07.2021

In den kleinsten Ortsteilen Peppenkum und Utweiler fanden die Ortsbegehungen mit Ortsvorsteher Wolfgang Mann statt. Während in Utweiler keine Erfahrungen mit Starkregen bestehen und insgesamt eine geringe Gefährdungssituation vorherrscht, auch weil Hangwasser zwischen den Gebäuden talwärts schadarm abfließen kann, besteht in Peppenkum durch die Fließgewässer eine größere Überschwemmungsgefahr. Die Bickenalb durchfließt Peppenkum, am Brückenbauwerk der Riesweilerstraße hatte der Bach bei hoher Wasserführung bislang genug Platz. Dennoch sind die Anlieger im potenziellen Überschwemmungsbereich angehalten, die Eigenvorsorge an den Objekten zu überprüfen und ggf. zu erhöhen. Dies betrifft auch den gewässernahen Kindergarten. Der Imbach, der zum Teil verrohrt bis in die Bickenalb geführt wird, ist das zweite Gewässer im Ort, dass bei Starkregen unter Umständen schnell viel Wasser abführt. Aus dem Außengebiet kam es bei stärkeren Regenfällen in der Vergangenheit schon zu Wasserabfluss entlang von Wegen und Seitengräben in den Ort, so am Utweiler Weg und am Mühlenweg. An letzterem besteht die Möglichkeit, dass Wasser durch Wegebaumaßnahmen frühzeitig in die Bickenalb abzuschlagen.

Die Stationen der Ortsbegehungen sind in den Übersichtskarten markiert.

 

Medelsheim

05.07.2021

Die Vertreter der Gemeinde Gersheim wurden auch in Medelsheim von Ortsvorsteherin Imelde Frenzel begleitet, außerdem brachte Löschbezirksführer Michael Hahn die Erkenntnisse der Feuerwehr mit ein. Zudem ist er als Anlieger der Straßen „Im Allmend“ wohnhaft in einem Bereich des Ortsteils, in dem es bei Starkregen aus dem Außengebiet zu Abflusskonzentrationen kommt. Zur Eigenvorsorge hat er hinter und auf dem Privatgrundstück bereits sinnvolle Maßnahmen ergriffen, um das Wohngebäude gegen den Oberflächenabfluss zu schützen. Die Ortsbegehung diente der Aufnahme der bereits in der Vergangenheit bei Starkregen überschwemmten Bereiche, begonnen wurde in der Burgstraße. Diese führt bei Starkregen das Wasser von der L 102 ab. Durch den Meldesheimer Mühlbach, der nördlich der Ortslage fließt, besteht keine direkte Gefährdung von Anliegern. An der Bachbrücke der Burgstraße kommt es jedoch zu Überschwemmungen durch übertretendes Wasser aus dem Straßengraben an einer Grundstückszufahrt.

Besonders gefährdet ist das Baugebiet „Im Allmend“, aufgrund der Lage unterhalb des Hanges. Dieser wird zum Großteil landwirtschaftlich genutzt, was je nach Bodenbeschaffenheit, Fruchtfolge und Bearbeitungsstand zusätzlich dazu führen kann, dass nicht nur Wasser wild abfließt, sondern auch Bodenmaterial erodiert und in die Bebauung gespült wird. Hier sollte auch die Nutzung dieser Flächen entsprechend starkregensensibel angepasst werden, neben adäquaten Maßnahmen der Eigenvorsorge innerhalb des Baugebietes. Dort sind viele tieferliegende Garagen bei Wasserabfluss in der Straße potenziell gefährdet.

Die Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtkarte dargestellt.

 

Walsheim

29.06.2021

Anders als der Nachbarortsteil Seyweiler, sind Auswirkungen von stärkeren Regenfällen in Walsheim sehr wohl bekannt und auch die Feuerwehr war in der Vergangenheit bereits regelmäßig gefordert. Aus den Erfahrungen hat die Feuerwehr einen Einsatzplan erarbeitet, der sich am Pegel des Hetschenbaches an der Fußgängerbrücke unterhalb des Almendweges orientiert. Dies berichtete Löschbezirksführer Rainer Bachmann bei der Ortsbegehung, die gemeinsam mit dem Planungsbüro, Bürgermeister Michael Clivot, Bauamtsleiter Stefan Gebhart und Mitarbeiter Wolfgang Homberg stattfand. Angesteuert wurden die bekannten Hochwasserbereiche, zunächst am Hetschenbach. Unter dem Areal des Schwimmbades verläuft dieser verrohrt, auf dem Gelände des Campingplatzes tritt der Bach in die Verrohrung ein. Bereits bei leichten Starkregen ist der Gewässerlauf überlastet und ufert breitflächig aus, selbst dann, wenn die Verrohrung noch Kapazität aufweist. Wenn es jedoch am Gitter vor dem Rohr zu Verklausungen durch Treibgut kommt, führt dies zu Rückstau und zur Überschwemmung des Vorplatzes des Schwimmbads. Das Wasser fließt dann weiter zwischen den Schwimmbecken Richtung offenem Bachlauf ab. Von der Überschwemmung betroffen ist dann auch das Bürogebäude. Vor Ort wurden Lösungsansätze diskutiert, unter anderem, ob die Nutzung der Gewässeraue zur Ausweitung des Rückstauraumes oberhalb des Campingplatzes aktiviert werden kann. 

Überschwemmungen am Hetschenbach in der Ortslage treten außerdem unterhalb des Almendweges auf. Der Bach ufert auch hier breitflächig aus und überschwemmt die Gewächshäuser rechts des Gewässers. Im Einsatzablauf der Feuerwehr ist hier unter anderem vorgesehen, ab einem bestimmten Pegelwert die Fahrzeuge vom nahen Parkplatz zu entfernen. Ein Gastank im Hochwasserabflussbereich muss dringend auf Standfestigkeit durch den Betreiber überprüft werden.

Weitere Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte markiert. Nach den jüngsten Regenfällen waren unter anderem Anlieger des Talweges und des Almendweges von Oberflächenabfluss betroffen. Entsprechendes Video- und Fotomaterial wird von der Gemeinde zusammengetragen und im Rahmen der Konzepterstellung ausgewertet.

 

Seyweiler

29.06.2021

Zur Ortsbegehung in Seyweiler begleitete Ortsvorsteherin Imelda Frenzel das Planungsbüro und die Vertreter der Gemeinde. Erfahrungen mit Feuerwehreinsätzen nach Starkregen wurden in dem kleinen Ortsteil noch nicht gemacht. An einzelnen Stellen kommt es bei Überlastung von Einlassbauwerken zu oberflächlichem Abfluss, der aber noch keinen größeren Schaden verursacht hat, so etwa an der L 201 und „In den Berggärten“. Auch in der Brunnengasse war ein Anlieger von wild abfließendem Wasser betroffen, weil die Straßeneinläufe das anfallende Wasser nicht aufnehmen konnten. Die Starkregengefahrenkarten, die im Entwurf vorliegen und eine Arbeitsgrundlage für die Ortsbegehungen darstellen, bildet die genannten neuralgischen Punkte ebenfalls als Gefahrenstellen ab. Zusätzlich besteht die Tendenz zu breitflächigem Abfluss über die Hangwiesen hinter den Grundstücken der L 201 Richtung Osten.

Die Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte markiert.

 

Herbitzheim

22.06.2021

Ortsvorsteher Hans-Jürgen Domberg und Löschbezirksführer Florian Sperling zeigten, zusammen mit Vertretern der Gemeindeverwaltung, dem Planungsbüro die hochwasser- und starkregenrelevanten Stellen in Herbitzheim. Die Blies trat zuletzt in den 1990er Jahren massiv über die Ufer und betraf die Flussanlieger. Die Ausmaße des Hochwassers waren nach Aussage der Ortskundigen in etwa vergleichbar mit dem neu festgesetzten Überschwemmungsgebiet HQ100, das in den Hochwassergefahrenkarten einsehbar ist. Vermehrt zu Überschwemmungen in der Ortsmitte, am Hotel Bliesbrück und im Kreuzungsbereich von Rubenheimer Straße und Kremelstraße, kam es in den vergangen Jahren durch Starkregen. Die Kremelstraße führt Wasser aus dem Außengebiet in die Senke unterhalb der Bliesbrücke – vor allem dann, wenn die Einlassbauwerke am oberen Ende der Kremelstraße überlastet sind und das Wasser entlang der Straße abfließt und nicht vom Kanal aufgenommen werden kann.

Auf der anderen Bliesseite war durch Starkregenabfluss bereits öfter die L 105 (Saargemünder Straße) überschwemmt. Das Wasser fließt von einem Wirtschaftsweg auf die Landesstraße und sammelt sind in der Senke vor einem Wohngebäude.

Weitere Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtkarte markiert.

 

Rubenheim

22.06.2021

Zur Ortsbegehung in Rubenheim wurden Planungsbüro und Gemeindevertreter durch den Ortsvorsteher Lukas Leiner und Löschbezirksführer Michael Fries begleitet. Als neuralgische Punkte in Rubenheim wurden die beiden Fließgewässer ausgemacht. Der Röhrenbach mündet, vom Weiher außerhalb der Ortslage kommend, innerorts verrohrt in den Rehweilerbach. Im Verlauf in den Privatgrundstücken der Wittersheimer Straße ist der Bach sehr stark verbaut, von Ufermauern eingeengt, mit Stegen überbaut und wird bis an die Bachkante genutzt. Bei einem Starkregen besteht hier die Gefahr, dass der Bach unvermittelt übergeht und alles mitreißt, was im Abflussbereich gelagert ist oder im Weg steht: Kompostanlagen, Gartenschuppen, Zaunanlagen, Stühle, Holzstapel etc. Durch den Weiher im Hauptschluss des Baches besteht bereits eine gewisse Rückhaltung oberhalb der Bebauung, die hinsichtlich einer Optimierung und Ausweitung geprüft werden soll. Unabdingbar im Rohrental sind jedoch weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Rückhalts in der Gewässeraue und insbesondere des Treibgutrückhalts vor Eintritt des Gewässers in die bebauten Privatgrundstücke.

Der Rehweilerbach tritt an der Erfweilerstraße in die innerörtliche Verrohrung ein. Das Einlassbauwerk wurde baulich vor einigen Jahren bereits verändert, um Treibgut aus der Verrohrung herauszuhalten. Die Rostanlage kann jedoch noch weiter verbessert werden, um die Gefahr von Verklausungen und einem Verstopfen der Verrohrung zu reduzieren. Kommt es hier zu einem Übertreten des Baches, ist das unterhalb liegende Wohngebäude betroffen und es kann zu einem weiteren Abfluss in die Erfweilerstraße kommen.

Die weiteren Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte markiert.

 

Gersheim

17.06.2021

Zur Ortsbegehung in Gersheim wurde das Planungsbüro wieder von Stefan Gebhart und Wolfgang Homberg von der Gemeindeverwaltung begleitet, besondere Ortskenntnisse wurden von Ortsvorsteher Steffen Lauer und Löschbezirksführer Pascal Weintraut eingebracht. Durch Hochwasser der Blies war Gersheim zuletzt 1993 betroffen. Noch bevor die Blies über die Ufer trat, stand der Kreuzungsbereich von Blies- und Hauptstraße bereits durch Rückstau unter Wasser. Auch bei Starkregen kann dieser Bereich durch Oberflächenabfluss zuläuaufen und zu einem See aufstauen. Besonders prekär ist die Starkregengefährdung am Rohrwiesbach, der oberhalb der Poststraße vom offenen Verlauf in eine Verrohrung übergeht. Führt der Bach bei Starkregen in kurzer Zeit viel Wasser, kann es zu einer Überlastung der Verrohrung kommen und das Wasser fließt überirdisch dem Gefälle folgend in die Bebauung ab. Zusätzlich führt das Außengebiet viel Oberflächenwasser hinter die Wohngebäude im Bereich Tulpenstraße. Ein dort vor Jahrzehnten installierter Einlaufschacht mit Verbindung zum Kanal in der Straße ist nur bedingt aufnahmefähig. Auch hier besteht bei Starkregen die Gefahr des Abflusses in die Straße und eine unmittelbare Betroffenheit der angrenzenden Privatgrundstücke und Gebäude. Vor Ort wurden bereits Möglichkeiten erörtert, um die Situation an den vorhandenen Einlassbauwerken zu entschärfen, zudem sind jedoch Maßnahmen an den potenziell betroffenen Gebäuden im Rahmen der Eigenvorsorge notwendig.

Auf der anderen Seite der Blies wurde speziell der Bereich des Hetschenbaches im Verlauf entlang der Seniorenwohnanlage angeschaut. Hier gilt es vor allem, die Wohnanlage vor Hochwasser des Baches zu schützen. Weitere Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte markiert.

 

Bliesdalheim

17.06.2021

Der stellvertretende Löschbezirksführer Christoph Jung und Wolfgang Homberg von der Gemeinde Gersheim zeigten dem Planungsbüro die markanten Stellen im Ortsteil Bliesdalheim. Weitere Gefahrenpunkte wurden anhand der im Entwurf vorliegenden Starkregengefahrenkarte ermittelt und vor Ort verifiziert. Das Überschwemmungsgebiet der Blies lässt sich den vor einigen Jahren erneuerten Hochwassergefahrenkarten und dem festgesetzten Überschwemmungsgebiet entnehmen, entsprechend parzellenscharf kann direkt abgelesen werden, bei welchem Hochwasserstand welche Wohngebäude betroffen sein werden und welche Wasserstände zu erwarten sind. 

Starkregen führt in Bliesdalheim dazu, dass Wasser oberflächlich aus dem teils steilen Außengebiet in die Bebauung abfließt. Positiv ist, dass die Flächen nicht als Acker-, sondern ausschließlich als Gründlandflächen genutzt werden und somit der bestmögliche Schutz gegen Bodenerosionen gegeben ist. Dennoch kann zu Abflusskonzentrationen in den Geländesenken und über die steilen Wege in die Bebauung kommen. Bei Starkregen führt dieser Abfluss und zusätzlich die Überlastung des innerörtlichen Kanalnetzes zu Überschwemmungen in der Bliestalstraße. Auch in anderen Ortsstraßen waren Anlieger bereits durch Rückstau aus dem Kanal betroffen. Der Weiher des Angelsportvereins kann durch Starkregen überlaufen, für diesen Katastrophenfall sind Maßnahmen zu definieren, um ein unkontrolliertes Überlaufen und Brechen der Dammböschung zu verhindern.

Weitere Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte markiert.

 

Reinheim

15.06.2021

Am Nachmittag wurde der Niedergailbacher Nachbarortsteil Reinheim begangen. Stefan Gebhart und Wolfgang Homberg von der Gemeinde Gersheim und das Planungsbüro wurden dabei unterstützt von Ortsvorsteher Peter Wagner und Manuel Langenbahn als Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr. Die Blies fließt südlich durch die Ortslage Reinheim, die von Hochwasser betroffenen Gebäude und Grundstücke sind in den vorliegenden Hochwassergefahrenkarten vermerkt. Die Ortsfeuerwehr hat ausgehend von diesen Karten und früheren Hochwasserereignissen einen eigenen Einsatzablaufplan entwickelt. Man weiß demnach und durch Beobachtung des Pegels Reinheim, welche Maßnahmen zu treffen sind. 

Der Waldklammbach führt Wasser aus einem steilen Einzugsgebiet in den Ort, wo das Gewässer verdolt ist. Zu Problemen vor der innerörtlichen Verrohrung kam es bislang noch nicht, die Gefahr bei einem Starkregenereignis ist jedoch hoch. Potenziale zur Verbesserung des Rückhalts im Oberlauf bestehen an vorhandenen Wegedämmen. Hier wurden mögliche Verbesserungen zum Rückhalt in der Gewässeraue diskutiert. Bei Starkregen und vor allem auch bei Überlastung des Kanalnetztes – oder auch bereits vorher durch zugesetzte Kanaleinläufe – fließt Wasser entlang der Bebelsheimer Straße in die Ortsmitte. Eine ähnliche Situation, bei der zusätzlich Geröll und Schotter mobilisiert wird, besteht im Kreuzungsbereich „Zur Ruppwiese“/ Rebenstraße.

Am Litzelbach, zwischen Niedergailbach und Reinheim, kam es nach Starkregen ebenfalls zu einem Versagen des Durchlassbauwerks in der Straße und in Folge zu einem Oberflächenabfluss im Straßenseitengraben und der Straße in Richtung Kita. Nur durch rechtzeitiges und gezieltes Eingreifen der Feuerwehr, konnte dort ein Schaden verhindert werden.

Weitere Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte markiert.

 

Niedergailbach

15.06.2021

In Niedergailbach fand am Dienstagvormittag der Auftakt zu den Ortsbegehungen in jedem Ortsteil statt. Trotz insgesamt geringer Gefährdungslage gibt es doch Hochwasser- und Starkregenbetroffene v.a. am Gailbach und in Bischof-Weis- und Von-Bolanden-Straße.

Dem Planungsbüro wurden von Stefan Gebhart und Wolfgang Homberg, als Vertreter der Gemeinde Gersheim, Ortsvorsteher Martin Vogelgesang und Steffen Weyer, als Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr im Löschbezirk Niedergailbach, die bereits bekannten Problemstellen im Ort gezeigt. Insgesamt ist die Erfahrung mit Starkregen noch nicht sehr ausgeprägt, der Ortsteil blieb in der Vergangenheit von schweren Ereignissen verschont. Dennoch sind schon Stellen bekannt, an denen es nach etwas stärkeren Regen zu Oberflächenabfluss kommt, so etwa in der Von-Bolanden-Straße (gefährdete Wohngebäude durch Abfluss von der Straße) und im Bereich der Bischof-Weis-Straße, wo es speziell zu Abfluss aus den Wiesen im Außengebiet in Richtung Bebauung kommt. 

Von Bachhochwasser war besonders das Anwesen der ehemaligen Mühle am Gailbach betroffen. Nach Starkregen kam es im Januar 2018 zu einem Überlauf aus der Anlage des Angelsportvereins und zu breitflächigem Überströmen der Weiheranlagen an der Mühle. Nach Aussagen von Anliegern bzw. Betroffenen wurde dabei auch das Brückenbauwerk der Bischof-Weis-Straße überströmt. Ebenfalls zu Ausuferungen durch Hochwasser kommt es am Wallringer Bach, wodurch der Schotterweg entlang der Wochenendhäuser ausgespült wurde.

Bei der Ortsbegehung wurden auch die momentan im Entwurf vorliegenden Starkregengefahrenkarten genutzt, um weitere neuralgische Bereiche bei zukünftigen, heftigeren Starkregen zu identifizieren. Die Karten stellen sowohl Wassertiefen in Geländemulden und Senken dar als auch erwartbare Fließgeschwindigkeiten von Abflusskonzentrationen. Dabei zeigte sich u.a. auch die potenzielle Gefährdung von Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus, wo es durch Oberflächenabfluss zu Wassereintritt in die Gebäude kommen kann.

Weitere Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte dargestellt.