Gemeinde Schmelz

Die Gemeinde Schmelz ist aufgrund ihrer topographischen Lage im besonderen Maße von Überschwemmungen durch Flusshochwasser und durch Starkregen bedroht. Es soll nun für alle Ortsteile ein umfassendes Vorsorgekonzept erarbeitet werden, um sich mit geeigneten Maßnahmen auf zukünftige Ereignisse vorzubereiten.

Die Gemeinde Schmelz liegt an der Prims (Gewässer II. Ordnung), die als Risikogewässer gemäß EU-Hochwas- serrisikomanagementrichtlinie ausgewiesen ist. Neben dem Limbach (Gewässer III. Ordnung), der ebenfalls Risikogewässer ist, existieren lediglich kleinere Bachzuflüsse, die teilweise durch die bebaute Ortslage fließen und bei Starkregenereignissen schnell zu Überflutungen führen können, ansonsten aber abflussschwach sind und im Sommer häufig trockenfallen.

In den 1990er Jahren führten Flusshochwasser der Prims zu größeren Schäden, da in der teilweise dicht bebauten Primsaue Überflutungen stattfanden. Dabei ist von Bedeutung, dass die Pegelstände nicht die gemäß HWRM-RL definierten Ausmaße eines mittleren Hochwassers (HQ100) erreichten. Es kann also deutlich schlimmer kommen – bis hin zu einem Extremereignis, das beispielsweise erst vor wenigen Jahren im Einzugsgebiet der Elbe und Donau zu außerordentlichen Schäden geführt hat. Ein weiteres Extremregenereignis der jüngsten Vergangenheit betraf den Westen Deutschlands im Juli 2021. Flüsse und Bäche wurden zu reißenden Strömen die ganze Ortschaften in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zerstörten.

Legt man diese in der jüngeren Vergangenheit erlebten extremen Überflutungen zu Grunde, sollten sich neben Land und Landkreis auch die Gemeinde und ihre Bevölkerung sowie Industrie und Gewerbe auf außerordentliche, bisher noch nicht erlebte Überflutungen vorbereiten. Im Unterschied zu „Flusshochwassern“, das ganze Flussläufe betrifft und durch großflächige Beregnung des Einzugsgebiets verursacht wird, spricht man von Starkregenereignissen, wenn intensive Niederschläge kleinräumig auftreten und örtlich begrenzt Hochwasser in kleinen Bächen, Tiefenlinien und Muldenlagen verursachen. Die Übergänge können fließend sein. Insbesondere 2016 und 2018 wurde das Saarland von Unwettern mit teilweise extremen Überflutungen betroffen. Auch in einzelnen Ortsteilen in Höhenlage, weitab von der Prims gab es Schäden. Klimaexperten gehen davon aus, dass aufgrund des Klimawandels in Zukunft vermehrt mit extremen Wetterereignissen, vor allem auch mit Starkregen, zu rechnen ist.