Gemeinde Mettlach

Die Gemeinde Mettlach möchte mit der Erstellung eines örtlichen Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzeptes mögliche Risiken analysieren, Schadensursachen aufarbeiten und die Vorsorge auch für größere Ereignisse umfassend vorantreiben.

Die Gemeinde Mettlach ist sowohl von Flusshochwasser der Saar als auch von Überschwemmungen durch Starkregen bedroht. Die Hochwassergefahren- und Risikokarten zeigen, wo bei einem Hochwasser der Saar Siedlungen, Straßen, Handel und Industrieanlagen betroffen sind – bei einem extremen Hochwasser auch über die ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete hinaus. Vor Flusshochwasser, wie das an der Saar im Dezember 1993, ist die Gemeinde durch Deiche und Dämme nicht vollends geschützt. Die Schutzanlagen können versagen oder ein noch größeres Hochwasser als 1993 kann die Gemeinde vor noch größere Herausforderungen stellen.

Überschwemmungen durch Starkregen können im gesamten Gemeindegebiet, auch weit abseits der Saar auftreten und Schäden verursachen. Über Tiefenlinien können unvermittelt Sturzfluten auftreten, die auch Geröll und Schlamm mit sich führen. Der Wasserstand kleiner Gewässer und Gräben kann nach Starkregen schnell ansteigen und Überflutungen verursachen.

Ortsbegehungen

 

Dreisbach

02.06.2021

Die Hochwassergefahr, die für den Ortsteil Dreisbach von der Saar ausgeht, ist in den vorliegenden Hochwassergefahren- und -risikokarten detailliert erfasst. Bei Hochwasser der Saar kommt es jedoch auch zu Rückstau entlang des mündenden Salzbaches. Hier sind vor allem das Mühlenanwesen und die Gebäude an der Brücke der Salzbachstraße betroffen. Das letzte Hochwasserereignis durch die Saar liegt schon Jahrzehnte zurück, der Salzbach führte zuletzt 2001 starkes Hochwasser und flutete u.a. die Gebäude der ehemaligen Mühle. Durch Starkregen kommt es auch in den höher gelegenen Ortsbereichen der Bohnenstraße und „Zum Grünert“ zu betroffenen Wohngebäuden durch Oberflächenabfluss aus dem Außengebiet und entlang von Wirtschaftswegen. Vor Ort wurden bereits mögliche Maßnahmen zur Ableitung des Oberflächenwasser auch im Starkregenfall mit den Vertretern der Gemeinde, des Löschbezirks und dem Ortsvorsteher diskutiert.

Die Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte dargestellt.

Bethingen

02.06.2021

Der Salzbach entspringt westlich der L 170 im Bereich des Ortsteils Wehingen. Dort fließt er fernab der Bebauung und bedeutet für den Ort keine Hochwassergefahr. Anders in Bethingen, wo das Gewässer mitten durch den Siedlungsbereich fließt und in mehreren Abschnitten verrohrt geführt wird. Dort, wo der Salzbach offen zwischen den Privatgrundstücken verläuft, wird er durch die Anlieger der Odilienstraße und der Straße „Am Eulenwäldchen“ bis an die Böschungsoberkante genutzt. Es bestehen private Stege und Überfahrten über den Bach, Mauern grenzen die höher gelegen Grundstücke zum Gewässer ab, Zaunanlagen stehen unmittelbar auf der Böschung oder den Ufermauern. Durch diese baulichen Zustände potenziert sich die Hochwassergefahr für die Anlieger, vor allem für die näher am Bach stehenden Wohnobjekte der Odilienstraße. Wenn das Gewässer bei Starkregen nicht nur Hochwasser führt, sondern auch noch Treibgut aus dem Außengebiet mitbringt, führen die Zäune und Querungsbauwerke dazu, dass sich das Material verklaust, den Abflussquerschnitt verstopft und das Wasser unkontrolliert in die Privatgrundstücke und Gebäude ausufert. Die Problemsituation soll auch im bevorstehenden Bürgerworkshop erläutert werden. Dort werden auch Maßnahmen zur Sicherung der gefährdeten Gebäude vorgeschlagen.

Die Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte dargestellt.

Nohn

02.06.2021

In Nohn kam es in der Vergangenheit, wie auch in den Nachbarortsteilen auf der Höhe, nur geringfügig zu Beeinträchtigungen durch Starkregen. Von den landwirtschaftlichen Flächen nördlich der Bebauung kann es durchaus zu Oberflächenabfluss in den Ort und rückseitig auch auf die Privatgrundstücke kommen. Aufgrund der Grünlandwirtschaft ist die Gefährdungssituation geringer als wären es Ackerflächen, die bei Starkregen zu Bodenerosion neigen. An einzelnen Grundstücken wurden bereits Mäuerchen und Aufwallungen errichtet, um den Abfluss auf das Grundstücke zu verhindern. Ebenso anfällig für Starkregenabfluss sind die steilen Ortsstraßen, die das Wasser mit hohen Fließgeschwindigkeiten abführen. Häuser quer zur Abflussrichtung sind dann besonders gefährdet, ebenso Objekte in den Tiefpunkten der Querstraßen, wo sich das Wasser sammelt und unter Umständen in tieferliegende Einfahrten und Gebäudeteile abfließt.

Bei Begehung wurden besonders betroffene Objekte kartiert. Die Bewohner sollen gezielt zum späteren Bürgerworkshop eingeladen werden, bei dem auf die Gefahrenlage aufmerksam gemacht wird und mögliche Vorkehrungen zum Schutz des Eigenheims vorgestellt werden. Neben der Ortslage wurden auch die zu Nohn gehörenden Häuser an der Blechmühle besichtigt. Hier besteht eine Hochwassergefahr durch den von Tünsdorf kommenden Bonnerbach.

Die Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte dargestellt.

Tünsdorf

31. Mai 2021

Die stellvertretende Ortsvorsteherin Mirjam Sünnen und der ehemalige Löschbezirksführer Thomas Sünnen steuerten gemeinsam mit Planungsbüro und Vertretern der Gemeinde die potenziellen Gefahrenstellen in Tünsdorf an, die sich aus der im Entwurf vorliegenden Starkregengefahrenkarte ergeben. Die Topographie zwischen Ober- und Unterdorf, die Gewässerstrecken und die Bebauung in den Tiefenlinien führen bei Starkregenabfluss dazu, dass es im Korridor „Im Brühl“, Lindenstraße, Martin- und Mühlenstraße zu Abflusskonzentrationen und Bereichen sich aufstauenden Wassers kommen kann, wodurch auch einzelne Wohngebäude betroffen sind. Zusätzlich führen Bonnerbach und die links und rechts des Gewässers verlaufenden Tiefenlinien nach Starkregen potenziell Wasser in diesen Ortsbereich. Die hier bestehenden Entwässerungsanlagen kommen dann an ihre Belastungsgrenze und das Wasser fließt oberflächlich weiter in die Bebauung. Im Neubaugebiet steht zukünftig der Straßenendausbau an. Hier ist die Oberflächenentwässerung aufgrund der steilen Straße im Hinblick auf Starkregen besonders sensibel zu planen.

Die Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte eingetragen.

Wehingen

31. Mai 2021

Die Lage auf dem Höhenrücken zwischen zwei Bachtälern bewirkt eine nur geringe Starkregen- und Hochwassergefahr im Ortsteil Wehingen. Bei der Ortsbegehung führte Ortsvorsteher Stefan Ollinger den Rundgang durch Wehingen an. Erfahrungen wurden in der Vergangenheit nur wenige gemacht, zu Problemen kam es nur durch Kanalrückstau in der Kapellenstraße und zu Oberflächenabfluss in der Vogelsbergstraße, ebenfalls nach einer Überlastung des Kanalnetzes. Die steile Straße ist bei Starkregen auch zukünftig durch Oberflächenabfluss besonders gefährdet. Dies soll beim Endausbau der Straße innerhalb des dort anschließenden Neubaugebiets besonders beachtet werden, um das im Straßenraum abfließende Wasser schadarm in das unterhalb gelegene Bachtal zu leiten. Insbesondere im östlichen Bereich des Neubaugebiets sind tiefer als das Straßenniveau gelegene Wohngebäude bei Starkregen gefährdet, wenn das Wasser in die Grundstücke abfließt und potenziell in Lichtschächte und Hauseingänge eindringen kann, sofern es nicht auf dem Grundstück abgeleitet werden kann. Zur privaten Eigenvorsorge wird im späteren Bürgerworkshop gesondert beraten.

Die weiteren Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte markiert.

Faha

27. Mai 2021

Der Name „Faha“ entstammt dem keltischen Wort für „Wasser“, entsprechend war durchaus von einer Betroffenheit durch Hochwasser und Starkregen auszugehen. Bei der Ortsbegehung zeigten Ortsvorsteher und Ortskundige sowie von Starkregen Betroffene dem Planungsbüro die markanten Problemstellen, ergänzt um die von Gemeindevertretern genannten neuralgischen Stellen und die Aussagen der erstellten Gefahrenkarten. Bei Starkregen besteht besonders vom Altenberg die Gefahr des Oberflächenabflusses zur Von-Vah-Straße – sowohl in westlicher als auch in südlicher Richtung. Die derzeit als Grünland bewirtschafteten Flächen sollten entsprechend erhalten bleiben, sodass die zusätzliche Gefahr von Bodenerosion vermieden wird. Im Bereich Von-Vah-Straße 44 kann das sich in der Straße sammelnde Wasser nicht in Richtung des Gliederbaches abfließen. Durch die Höhenlage und Neigung der Straße und dem Tiefpunkt zwischen Straße und Wohngebäude, staut sich das Wasser auch auf dem Privatgrundstück auf. Die vorhandenen Kanaleinlässe sind bei Starkregen überlastet oder durch den transportierten Schlamm und Geröll zugesetzt.

In der Straße „Zur Niederhaardt“ kam es durch Hochwasser des Gliederbaches zu überfluteten Gebäuden, da das Wasser am Brückenbauwerk zurückstaute und ausuferte. Bei der zukünftigen Sanierung des Brückenbauwerks soll dieses hydraulisch optimiert werden und bereits ein Bypass bzw. Notüberlauf geplant und realisiert werden. Weitere Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte aufgeführt.

 

Weiten

27. Mai 2021

Zur Ortsbegehung in Weiten wurden Planungsbüro und die Vertreter des Bauhofs und der Gemeinde Mettlach unterstützt durch den Weitener Ortsvorsteher und den Bezirkslöschführer. Nach Starkregen und auch länger anhaltenden Regenfällen kommt es in Weiten erfahrungsgemäß zur Ausuferung von Entwässerungsgräben oberhalb der Wiesenstraße und der Straße „Im Herker“. Durch den Abfluss in die Bebauung waren auch bereits Wohngebäude betroffen oder gefährdet. Entlang der Wiesenstraße, bis zum Kreuzungsbereich der Trierer Straße (L 176), fließt der Geitzenbornbach verrohrt – am Einlassbauwerk oberhalb der Wiesenstraße kommt bei hoher Wasserführung zu einem Übertritt des Gewässers auf die Straße. Durch höher liegende Landesstraße kann das Wasser nicht wieder in den unterhalb offenen Bach abfließen und es kommt zur breitflächigen Ausbreitung des Wassers im Kreuzungsbereich.

Ebenfalls durch Oberflächenabfluss aus dem Außengebiet betroffen waren Gebäude in Verlängerung des Hohlweges an der Merziger Straße. Hier wurden bereits Maßnahmen ergriffen, um die Wasseraufnahme des Kanals zu optimieren. Bei Starkregen sind diese Anlagen jedoch überlastet und das Wasser überströmt die Einlassroste und fließt in die Merziger Straße ab.

Der Bereich der Kita und des Gemeindehauses ist entsprechend der Starkregengefahrenkarte ebenfalls besonders gefährdet. Entsprechende Maßnahmen wurden vor Ort diskutiert. Weitere Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte dargestellt.

 

Saarhölzbach

25. Mai 2021

Der Start der Ortsbegehung war das Feuerwehrhaus am Einlassbauwerk des Saarhölzbachs in die innerörtliche Verrohrung. Spätestens hier kann es zu einem Abfluss in den Ort kommen, wenn das Gitter vor der Verrohrung mit Treibgut und Material zugesetzt ist und das Wasser auf die Straße übergeht. Unter Führung des Ortsvorstehers Christian Stutz und Vertretern des Bauamts der Gemeinde, wurden die bekannten Gefahrenstellen bei Hochwasser der Saar und bei Starkregen begangen. Die Bundesstraße bietet einen Hochwasserschutz der unteren Ortsbebauung gegenüber der Saar – jedoch nur bis zum definierten Bemessungsereignis. Ein Extremereignis kann die Bundesstraße überströmen und würde die Straße „Im Saartal“ und die dortige Bebauung bis zum Bahnkörper fluten. Insbesondere neu hinzugezogenen Bewohnern ist diese Tatsache nicht bewusst. Eine entsprechende Sensibilisierung der potenziell Betroffenen ist eine Maßnahme, die in das Vorsorgekonzept aufgenommen wird. Zusätzlich ist im Rahmen des Konzeptes zu klären, ob der Damm der Bundesstraße auch als Hochwasserdeich gebaut wurde und wie die Funktionsfähigkeit des Pumpwerks auch im Ereignisfall durch die Zuständigen (EVS und WSA) sichergestellt werden kann.

Auch die Starkregengefährdung ist Bestandteil der Überflutungsvorsorge. Durch Oberflächenabfluss sind innerörtliche Straßen bei Starkregen betroffen, hier angrenzende Grundstücke können je nach Höhenlage zur Straße durch Abfluss betroffen sein. Außerdem sind generell die kleineren Gewässer bei Starkregen sehr schnell hochwasserführend, was in Saarhölzbach durch die dicht bis an den Bach bebauten Grundstücke in der Bachstraße zu einem großen Gefährdungspotenzial führt. Auch die Weiher – sowohl innerhalb des Ortes als auch die im Oberlauf des Baches – bedeuten durch die Lage im Hauptschluss des Gewässers ein gewisses Risikopotenzial. 

Die bei der Ortsbegehung betrachteten Stellen sind in der Karte markiert.

 

Orscholz

19. Mai 2021

Zur zweiten Ortsbegehung in Mettlach begleitete das Planungsbüro Vertreter des Ortsteils, von Gemeinde und Bauhof sowie der örtlichen Feuerwehr durch Orscholz. Aufgrund der Höhenlage auf dem Plateau oberhalb der Saarschleife ist die Ortslage vergleichsweise gering gefährdet. Erfahrungen mit Oberflächenabfluss und Schäden nach Starkregen hat es in den letzten Jahren nicht gegeben. Größere Einsätze der Feuerwehr sind bereits länger her. Probleme gab es vereinzelt durch Kanalrückstau. Die für die Gemeinde im Entwurf vorliegende Starkregengefahrenkarte bildet dennoch Problembereiche innerhalb der Bebauung ab, die bei größeren als den bisher erlebten Ereignissen zu betroffenen Wohngebäuden führen. In der Übersichtskarte sind die bei der Ortsbegehung besichtigten Stellen vermerkt. Der Weselbach fließt am Baugebiet „Kahlenbruch“ entlang und ist in einem Abschnitt verrohrt. Bei Starkregen und Überlastung des gestreckten Gewässerverlaufs kann es vor dem Durchlass zu einem Übertreten des Wassers auf die Saarbrücker Straße und angrenzende Grundstücke kommen. Weitere Abflusskonzentrationen sind in der Alfred-Becker-Straße, im Bereich des Kindergartens, zu erwarten. Hier sind Maßnahmen zur schadarmen Ableitung des Wassers im Straßenraum in die unterhalb liegenden Wiesen möglich. Ebenfalls starkregengefährdet sind die Straßen „Brückweg“, „Zum Großwald“ und „Zum Commetsteinchen“, dem Einzugsgebiet des Kommetsteiner Baches oberhalb des Friedhofs. In diesem innerörtlichen Bereich sind an Einzelobjekten Maßnahmen der Eigenvorsorge notwendig, da tieferliegende Gebäudeeingänge und Garageneinfahrten bei Oberflächenabfluss betroffen sein können.

 

Mettlach und Keuchingen

17. Mai 2021

Gemeinsam mit Vertretern des Bauamts und des Bauhofs der Gemeinde Mettlach, der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes und unter Begleitung des Mettlacher Ortsvorstehers, Heiner Thul, wurden die bebauten Ortsbereiche von Mettlach und Keuchingen inspiziert. Grundlage für die Begehung und die Besichtigung der neuralgischen Punkte waren die Erfahrungen von Feuerwehr und Bauhof. Es wurden alle bekannten Einsatzstellen der letzten Starkregen- und Unwetterereignisse angeschaut: Wo kam es zu betroffenen Gebäuden und Oberflächenabfluss innerhalb der Bebauung? Wo traten Gewässer über die Ufer oder waren Einlassbauwerke verstopft? Zusätzlich wurden die mittlerweile im Entwurf vorliegenden Starkregengefahrenkarten mit den bekannten kritischen Punkten abgeglichen.

In der Karte sind die vor Ort besichtigten Stellen gekennzeichnet. Kernbereiche waren Ziegelberg/ Waldstraße, Bocksberg, Moselbach und Geißertsweg/ Deponie in Mettlach sowie die Straße „Am Bohnenberg“ und der Zusammenfluss von Braschbach und Keuchingerbach oberhalb der Bebauung in Keuchingen.