Gemeinde Mettlach

Die Gemeinde Mettlach möchte mit der Erstellung eines örtlichen Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzeptes mögliche Risiken analysieren, Schadensursachen aufarbeiten und die Vorsorge auch für größere Ereignisse umfassend vorantreiben.

Die Gemeinde Mettlach ist sowohl von Flusshochwasser der Saar als auch von Überschwemmungen durch Starkregen bedroht. Die Hochwassergefahren- und Risikokarten zeigen, wo bei einem Hochwasser der Saar Siedlungen, Straßen, Handel und Industrieanlagen betroffen sind – bei einem extremen Hochwasser auch über die ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete hinaus. Vor Flusshochwasser, wie das an der Saar im Dezember 1993, ist die Gemeinde durch Deiche und Dämme nicht vollends geschützt. Die Schutzanlagen können versagen oder ein noch größeres Hochwasser als 1993 kann die Gemeinde vor noch größere Herausforderungen stellen.

Überschwemmungen durch Starkregen können im gesamten Gemeindegebiet, auch weit abseits der Saar auftreten und Schäden verursachen. Über Tiefenlinien können unvermittelt Sturzfluten auftreten, die auch Geröll und Schlamm mit sich führen. Der Wasserstand kleiner Gewässer und Gräben kann nach Starkregen schnell ansteigen und Überflutungen verursachen.

Bürgerforen

Bürgerforum Tünsdorf und Wehingen

17.03.2022

Mit der gestrigen Veranstaltung sind nun in allen Ortsteilen die Bürgerforen abgehalten worden, sodass nun im weiteren Projektverlauf die gesammelten Informationen vom projektbeauftragten Planungsbüro Hömme GbR zusammengetragen, ins Verhältnis mit der bestehenden Datengrundlage gebracht und in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden aufgearbeitet werden. Ziel wird es nun sein, auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse Maßnahmen zu konzipieren, die zur Entlastung bzw. zur Entschärfung der einzelnen Problemlagen beitragen sollen. In diesem Zusammenhang werden die Maßnahmen nach Dringlichkeit priorisiert werden, dies bietet eine grobe Orientierung hinsichtlich des Handlungsbedarfs und für die anschließende Umsetzung der mit den Aufgabenträgern abgestimmten Maßnahmen. 

Anwesend waren auch gestern wieder zwei Vertreter der Gemeinde sowie die 2. Beigeordnete Lisa Weber, die die rund 20 anwesenden Bürgerinnen und Bürger zu Beginn der Veranstaltung willkommen hieß. 

Das Ausmaß der Gefährdung ist in Tünsdorf und Wehingen recht unterschiedlich. Dies lässt sich neben den Darstellungen in den Starkregengefahrenkarten auch an den gestern geteilten Beiträgen seitens der Bürgerinnen und Bürger ablesen. Für Wehingen gab es keine weiteren Ergänzungen und Erfahrungsberichte zu den bereits bei der vorangegangenen Ortsbegehung gesichteten (potenziellen) Gefahrenstellen, die im Rahmen des Vortrags von Caroline Liebscher (Projektbearbeiterin) präsentiert wurden. Die einzelnen Stationen der Ortsbegehungen sind hier einsehbar. Grundsätzlich konnte festgehalten werden, dass die Gefahrenlage in Wehingen überschaubar ist, auch wenn Risikopotenziale hinsichtlich abflusskritischer Bereiche existieren, wie beispielsweise im Wohnviertel „Vogelsbergstraße/ Im Herchenbrand“.

In Tünsdorf hingegen gab es zu den vorgestellten Problempunkten seitens der Anwesenden mehr zu berichten. Insbesondere die Flächen zwischen dem Ober- und dem Unterdorf, im Bereich des Bonnerbaches, wurden wiederholt thematisiert. Sowohl die Flächen als auch der Bach entwässern gezielt in Richtung des Bebauungsriegels der Martinstraße und stellen somit ein massives Gefahrenpotenzial für die dortigen Grundstücke dar. In diesem Zusammenhang wurde auch Kritik an der oberhalb gelegenen Rückhaltevorrichtung sowie der Eingriffe in die Außengebietsentwässerung geäußert. Im weiteren Projektverlauf soll diese Gefahrenlage mit den zuständigen Aufgabenträgern aufgearbeitet werden, um im Anschluss notwendige Handlungsperspektiven abzustimmen, die die Gefahrenlage entlasten sollen. 

Weitere Beiträge bezogen sich u.a. auf:

  • Abflusskonzentrationen, die aus westlicher Richtung in die Straße „Im Maigen“ weitergeleitet werden // hier ist bereits eine Änderung der Entwässerungssituation an der Landesstraße in der Planung, sodass der Abfluss wieder in den Straßengraben abgeschlagen werden kann
  • die Franz-Altmeyer-Straße, als abflusssensibler bis -kritscher Bereich
  • Abflusskonzentrationen entlang der Lindenstraße (besonders am östlichen Bebauungsrand)

Neben der Diskussion und des Austauschs zu den örtlichen Problemlagen und den Optimierungspotenzialen, die auf öffentlichen Flächen umgesetzt werden können, wurde auch umfassend zu den Pflichten und Möglichkeiten der privaten Eigenvorsorge referiert. Denn eines sollte bei den Regenereignissen der letzten Jahre deutlich geworden sein,- diese Regenmengen können nicht (ausschließlich) auf öffentlichen Flächen bewirtschaftet werden und umso wichtiger ist es, dass auch jede/ jeder auf seinem Grundstück Vorkehrungen trifft, um sich und sein Hab und Gut zu schützen. 

Saarhölzbach

15.03.2022

Im Bürgerforum war nicht nur das Hochwasser der Saar ein Thema, sondern ganz besonders die potenziellen Überschwemmungen durch den Saarhölzbach und Starkregenabfluss innerorts. Mehr als 20 Interessierte waren in die Saartalhalle gekommen, um sich über die Gefahrenlage im Ort bei Hochwasser und durch Starkregen informieren zu lassen und auch um ihre Ideen und Gedanken mit einzubringen bzw. dem Planungsbüro als weitere Arbeitsaufträge mitzugeben. Neben den bereits veröffentlichten Hochwassergefahrenkarten wurden auch die im Entwurf zur internen Entwicklung des Konzeptes erstellten Starkregengefahrenkarten präsentiert. Diese werden noch finalisiert und sollen mit dem Konzept später auch durch die Gemeinde öffentlich zugänglich gemacht werden. 

Nach dem umfangreichen Vortrag zur privaten Eigenvorsorge und persönlichen Vorbereitung auf Überschwemmungsereignisse am eigenen Wohnort sowie dem Verhalten bei Hochwasser und den Möglichkeiten des privaten Objektschutzes, wurden die neuralgischen Punkte im Ortsteil zusammengetragen. Nicht nur die Bereiche hinter dem Damm der B 51, in den Straßen „Im Saartal“ und Halfenweg, sind hochwassergefährdet, auch die Flächen und Privatgrundstücke entlang des Saarhölzbaches an der Bachstraße und weitere innerörtliche Straßen durch Starkregenabfluss, etwa um Rosen- und Hochwaldstraße herum. Überlegt wurden im Plenum dann Möglichkeiten zur Entschärfung der innerörtlichen Gefahr durch Rückhaltungen im Außengebiet und bspw. am Dorfweiher. Für die weitere Maßnahmenplanung soll auch mit dem EVS die Situation am Pumpwerk beleuchtet werden, wann dort ein Ausfall der Pumpen zu befürchten ist und welche Maßnahmen auch hier zu ergreifen sind.

 

Weiten und Faha

14.03.2022

Nach einer Begrüßung seitens der Gemeinde wurde den Anwesenden die Problemlagen bzw. potenziellen Gefahrenstellen für die beiden Ortsteile vorgestellt. Hierzu bezog sich das projektbeauftragte Planungsbüro Hömme auf die Darstellungen in den Starkregengefahrenkarten und ergänzend auf die Erfahrungsberichte, die ihnen bei der vorangegangenen Ortsbegehung aus Sicht der örtlichen Vertreter, geschildert wurden. Die Starkregengefahrenkarten liegen derzeit noch in einer Entwurfsfassung vor und werden nach Freigabe des Konzeptes veröffentlicht werden.

Dass die Gefahrenpotenziale für Weiten und Faha überschaubar sind und es bislang wenige Schadensberichte sowie Betroffene gibt, bietet durchaus eine Chance. Das Projekt kann nun frühzeitig für die Thematik der Hochwasser- und Starkregenvorsorge sensibilisieren, sodass auch von privater Seite Vorkehrungen getroffen werden können, um sich zu schützen. So wurde während des Vortrags auch eindringlich auf die Notwendigkeit der privaten Eigenvorsorge hingewiesen und die wichtigsten Aspekte zusammengefasst erläutert. In diesem Zusammenhang wurde ein Sachverhalt, der für beide Ortslagen von Bedeutung ist, gemeinsam erörtert: entwässern angrenzende Außengebietsflächen in Richtung eines quer dazu verlaufenden Bebauungsriegels ist es, um Schäden auf den privaten Grundstücken zu vermeiden, unabdingbar, Lücken/ Abflusskorridore zwischen den Häusern zu belassen, um die Bebauung zu schützen und damit das Wasser weitergeleitet werden kann. Die Priorität der privaten Eigenvorsorge liegt hierbei auf dem eigenen Schutz, unter Berücksichtigung der Prämisse, die Situation für andere nicht zu verschlechtern. Bestehende Baulücken, über die der Abfluss möglichst schadarm weitergeleitet bzw. abgeschlagen werden kann, sind möglichst freizuhalten, oder im Fall der Bebauung so zu planen, dass das Wasser dennoch zwischen den Häusern abgeleitet werden kann.

Im gemeinsamen Austausch mit den Anwesenden konnten im Wesentlichen die Punkte bestätigt werden, die das Planungsbüro, basierend auf der Kartenanalyse und den Ortsbegehungen, zusammengetragen hatte. Die entsprechenden Beiträge zu den Ortsbegehungen sind unter Weiten und Faha einzusehen. 

Weitere Hinweise, Ergänzungen oder auch Video- und Fotomaterial werden jederzeit hier entgegengenommen.

Nohn, Bethingen, Dreisbach

07.03.2022

Bisher waren die drei Ortsteile nur begrenzt von Starkregen- bzw. Hochwasserereignissen betroffen, so ging es bei der Veranstaltung, zu der sich rund 20 interessierte Teilnehmer:innen im Bürgerhaus in Nohn eingefunden hatten, neben der Aufnahme bekannter Problemlagen auch darum, eine Sensibilität für Gefahrenpotenziale zu generieren. In diesem Sinne erläuterte das projektbeauftragte Planungsbüro Hömme GbR anhand der Darstellungen in den Starkregengefahrenkarten die potenziell neuralgischen Bereiche, die sich für die Ortsteile bei Hochwasser und Starkregen (-abfluss) für die Bebauung ergeben können. Nohn kommt trotz der steilen Hanglage grundsätzlich die großflächige Grünlandnutzung im an die Bebauung angrenzenden Außengebiet zu Gute,- somit wird das Schadenspotenzial durch abgetragenes Bodenmaterial nicht zusätzlich verschärft und geringere Regenmengen können verbessert im Außengebiet zurückgehalten werden. Nichts desto trotz begünstigt die Topographie Nohns und die teilweise steilen Ortsstraßen, die in Richtung querverlaufender Siedlungsriegel (u.a. Zum Saarberg, Dreisbacher Straße) entwässern, das Schadensrisiko für die dort ansässige Bebauung. 

Auch in den Ortsteilen Bethingen und Dreisbach konnten überwiegend die Erkenntnisse aus der vorangegangenen Kartenanalyse und den Ortsbegehungen bestätigt werden. In Bethingen lag der Fokus auf dem Salzbach, der in der Ortslage stark und eng verbaut vorliegt und somit über ein enormes Schadenspotenzial bei Hochwasserführung verfügt. Verschärfend hinzu kommt der Bauschwiesbach, der innerorts in den Salzbach mündet und zu einer zusätzlichen Belastung führt, sodass die im Umfeld befindliche Bebauung bei einem Ereignis bereits massiv eingestaut wurde. Das geschilderte Ausmaß überstieg sogar die in den Karten dargestellte Überschwemmungsfläche eines statistisch berechneten „extremen“ Starkregenereignisses (90 Liter pro m² und Stunde). Aber auch für den Bauschwiesbach merkten die Anwesenden ein Gefahrenpotenzial für die umliegende Bebauung an, besonders hervorgehoben wurden hier die Grundstücke vor dem Durchlass an der Odilienstraße, die durch einen Rückstau bei Überlastung des Rohres, massiv gefährdet sind. Die Erfahrungsberichte verdeutlichen, dass auch solche Gewässer, die teilweise nur temporär Wasser führen, über ein enormes Risikopotenzial verfügen.

In Dreisbach konzentrieren sich die Problemlagen hauptsächlich entlang des Salzbaches,- hier kommt es wiederholt zu massivem Rückstau, sowohl durch die Engstelle in Form des Brückendurchlasses der Salzbachstraße als auch durch die Saar generiert. Weitere Hinweise bezüglich Starkregenabflusskonzentrationen bezogen sich auf die südöstlich angrenzenden, exponierten Hangflächen, welche an die Deltstraße angrenzen.

Eingehend informiert wurden die Bürger:innen auch zu den vielfältigen Themen der privaten und persönlichen Eigenvorsorge: Wie informiere ich mich über die Gefahrensituation in meinem Wohnumfeld? Wo erhalte ich Warnungen? Wie verhalte ich mich richtig – vor, während und nach einer Überschwemmung? Wie sichere ich mein Wohngebäude ab? Was muss ich über Kanalrückstau und Elementarschadenversicherungen wissen?

Orscholz

17.02.2022

Nach einer Begrüßung durch Daniel Kiefer, Bürgermeister der Gemeinde Mettlach, ordnete das projektbeauftragte Planungsbüro die Ortslage Orscholz vor dem Hintergrund der Hochwasser- und Starkregengefährdung ein. Verglichen mit den anderen Ortsteilen der Gemeinde Mettlach kann das Schadenspotenzial für Orscholz zwar als überschaubar eingeordnet werden, dennoch konnten die rund 15 anwesenden Bürgerinnen und Bürger einige Anmerkungen und Hinweise bezüglich (potenzieller) Problemlagen geben. Hierbei wurde teilweise Bezug auf die Historie der nun bebauten Flächen genommen, die in der Vergangenheit bereits stark vernässt waren. Diese naturgegebenen Voraussetzungen werden heute u.a. im Bereich der Baugebiete „Großwies“ und „Im Kahlenbruch“ sichtbar. Die Beiträge seitens der Anwesenden bezogen sich sowohl auf Oberflächenabfluss als auch auf die Dimensionierung des Kanals. Hierbei ist stets zu berücksichtigen, dass der Kanal grundsätzlich auf ein 3- bis 5-jähriges Regenereignis dimensioniert ist und keinesfalls ein Starkregenereignis bewirtschaften kann,- dies ist und wird auch in Zukunft nicht möglich sein, sodass stärkere Regenereignisse immer zur Überlastung des Kanals führen werden. Eine Anmerkung seitens einer Anliegerin beinhaltete jedoch eine Verjüngung in der Kanalleitung der Koblenzer Straße, welche immerzu zu Problemen in diesem Bereich führt. Dieser Aspekt wird im Rahmen der noch ausstehenden Fachgespräche mit den Werken Berücksichtigung finden. Dennoch bleibt die Notwendigkeit der privaten Eigenvorsorge nicht aus. In diesem Sinne wurden vom Planungsbüro erste Anhaltspunkte in Sachen eigenverantwortlichen Handelns gegeben und (bauliche) Optionen vorgestellt, die zum Schutz des eigenen Hab und Guts beitragen können. 

Weitere Beiträge seitens der Bürgerinnen und Bürger bezogen sich u.a. auf:

  • Jakob-Bechtel-Weg [Belastung mit Oberflächenabfluss seit Bau des Kreisverkehrs]
  • Im Kahlenbruch [Belastung des Entwässerungsgrabens]
  • Entwässerungsgraben zwischen (landwirtschaftlich genutzten) Hangflächen und der Bebauung im Norden [(Unterhaltungs-) Zustand)]

Mettlach und Keuchingen

15.02.2022

Das erste Bürgerforum in der Gemeinde Mettlach fand für die Ortsteile Mettlach und Keuchingen statt. Neben dem Saarhochwasser waren die potenziellen Gefahren durch Starkregen und die persönliche Eigenvorsorge die zentralen Themen.

Der Erste Beigeordnete der Gemeinde Mettlach, Rainer Borens, begrüßte die mehr als 30 anwesenden Bürgerinnen und Bürger und versprach einen sehr informativen Abend. Referiert wurde durch das Planungsbüro zunächst zu den allgemeinen Gefahren, die durch Starkregen und Hochwasser zu erwarten sind und wie die Gefährdungssituation in Mettlach und Keuchingen aussieht. Genauer gesagt, was die vorliegenden Hochwassergefahrenkarten und die zunächst im Entwurf fertiggestellten Starkregengefahrenkarten an Abflüssen und Wassertiefen im Außengebiet und innerhalb der Bebauung anzeigen. Die Starkregenkarten wurden erstmals in dieser Version präsentiert. Sie werden im laufenden Projekt verfeinert und validiert und sollen später mit dem Konzept veröffentlicht werden.

Eingehend informiert wurden die Bürger:innen zu den vielfältigen Themen der privaten und persönlichen Eigenvorsorge: Wie informiere ich mich über die Gefahrensituation in meinem Wohnumfeld? Wo erhalte ich Warnungen? Wie verhalte ich mich richtig – vor, während und nach einer Überschwemmung? Wie sichere ich mein Wohngebäude ab? Was muss ich über Kanalrückstau und Elementarschadenversicherungen wissen? Deutlich wurde, dass nicht überall öffentliche Maßnahmen möglich und umsetzbar sind, die wesentliche Problemstellen soweit entschärfen, dass eine Überschwemmung von Privatgrundstücken und -gebäuden bei zukünftigen Starkregen verhindert wird.

Im letzten Teil der Veranstaltung wurden die Anregungen und Hinweise der Anwesenden aufgenommen, Fragen beantwortet und die Untersuchungsbereiche für die zu definierenden Maßnahmen nach Rückmeldungen der Bürger:innen erweitert. 

 

Ortsbegehungen

 

Dreisbach

02.06.2021

Die Hochwassergefahr, die für den Ortsteil Dreisbach von der Saar ausgeht, ist in den vorliegenden Hochwassergefahren- und -risikokarten detailliert erfasst. Bei Hochwasser der Saar kommt es jedoch auch zu Rückstau entlang des mündenden Salzbaches. Hier sind vor allem das Mühlenanwesen und die Gebäude an der Brücke der Salzbachstraße betroffen. Das letzte Hochwasserereignis durch die Saar liegt schon Jahrzehnte zurück, der Salzbach führte zuletzt 2001 starkes Hochwasser und flutete u.a. die Gebäude der ehemaligen Mühle. Durch Starkregen kommt es auch in den höher gelegenen Ortsbereichen der Bohnenstraße und „Zum Grünert“ zu betroffenen Wohngebäuden durch Oberflächenabfluss aus dem Außengebiet und entlang von Wirtschaftswegen. Vor Ort wurden bereits mögliche Maßnahmen zur Ableitung des Oberflächenwasser auch im Starkregenfall mit den Vertretern der Gemeinde, des Löschbezirks und dem Ortsvorsteher diskutiert.

Die Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte dargestellt.

Bethingen

02.06.2021

Der Salzbach entspringt westlich der L 170 im Bereich des Ortsteils Wehingen. Dort fließt er fernab der Bebauung und bedeutet für den Ort keine Hochwassergefahr. Anders in Bethingen, wo das Gewässer mitten durch den Siedlungsbereich fließt und in mehreren Abschnitten verrohrt geführt wird. Dort, wo der Salzbach offen zwischen den Privatgrundstücken verläuft, wird er durch die Anlieger der Odilienstraße und der Straße „Am Eulenwäldchen“ bis an die Böschungsoberkante genutzt. Es bestehen private Stege und Überfahrten über den Bach, Mauern grenzen die höher gelegen Grundstücke zum Gewässer ab, Zaunanlagen stehen unmittelbar auf der Böschung oder den Ufermauern. Durch diese baulichen Zustände potenziert sich die Hochwassergefahr für die Anlieger, vor allem für die näher am Bach stehenden Wohnobjekte der Odilienstraße. Wenn das Gewässer bei Starkregen nicht nur Hochwasser führt, sondern auch noch Treibgut aus dem Außengebiet mitbringt, führen die Zäune und Querungsbauwerke dazu, dass sich das Material verklaust, den Abflussquerschnitt verstopft und das Wasser unkontrolliert in die Privatgrundstücke und Gebäude ausufert. Die Problemsituation soll auch im bevorstehenden Bürgerworkshop erläutert werden. Dort werden auch Maßnahmen zur Sicherung der gefährdeten Gebäude vorgeschlagen.

Die Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte dargestellt.

Nohn

02.06.2021

In Nohn kam es in der Vergangenheit, wie auch in den Nachbarortsteilen auf der Höhe, nur geringfügig zu Beeinträchtigungen durch Starkregen. Von den landwirtschaftlichen Flächen nördlich der Bebauung kann es durchaus zu Oberflächenabfluss in den Ort und rückseitig auch auf die Privatgrundstücke kommen. Aufgrund der Grünlandwirtschaft ist die Gefährdungssituation geringer als wären es Ackerflächen, die bei Starkregen zu Bodenerosion neigen. An einzelnen Grundstücken wurden bereits Mäuerchen und Aufwallungen errichtet, um den Abfluss auf das Grundstücke zu verhindern. Ebenso anfällig für Starkregenabfluss sind die steilen Ortsstraßen, die das Wasser mit hohen Fließgeschwindigkeiten abführen. Häuser quer zur Abflussrichtung sind dann besonders gefährdet, ebenso Objekte in den Tiefpunkten der Querstraßen, wo sich das Wasser sammelt und unter Umständen in tieferliegende Einfahrten und Gebäudeteile abfließt.

Bei Begehung wurden besonders betroffene Objekte kartiert. Die Bewohner sollen gezielt zum späteren Bürgerworkshop eingeladen werden, bei dem auf die Gefahrenlage aufmerksam gemacht wird und mögliche Vorkehrungen zum Schutz des Eigenheims vorgestellt werden. Neben der Ortslage wurden auch die zu Nohn gehörenden Häuser an der Blechmühle besichtigt. Hier besteht eine Hochwassergefahr durch den von Tünsdorf kommenden Bonnerbach.

Die Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte dargestellt.

Tünsdorf

31. Mai 2021

Die stellvertretende Ortsvorsteherin Mirjam Sünnen und der ehemalige Löschbezirksführer Thomas Sünnen steuerten gemeinsam mit Planungsbüro und Vertretern der Gemeinde die potenziellen Gefahrenstellen in Tünsdorf an, die sich aus der im Entwurf vorliegenden Starkregengefahrenkarte ergeben. Die Topographie zwischen Ober- und Unterdorf, die Gewässerstrecken und die Bebauung in den Tiefenlinien führen bei Starkregenabfluss dazu, dass es im Korridor „Im Brühl“, Lindenstraße, Martin- und Mühlenstraße zu Abflusskonzentrationen und Bereichen sich aufstauenden Wassers kommen kann, wodurch auch einzelne Wohngebäude betroffen sind. Zusätzlich führen Bonnerbach und die links und rechts des Gewässers verlaufenden Tiefenlinien nach Starkregen potenziell Wasser in diesen Ortsbereich. Die hier bestehenden Entwässerungsanlagen kommen dann an ihre Belastungsgrenze und das Wasser fließt oberflächlich weiter in die Bebauung. Im Neubaugebiet steht zukünftig der Straßenendausbau an. Hier ist die Oberflächenentwässerung aufgrund der steilen Straße im Hinblick auf Starkregen besonders sensibel zu planen.

Die Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte eingetragen.

Wehingen

31. Mai 2021

Die Lage auf dem Höhenrücken zwischen zwei Bachtälern bewirkt eine nur geringe Starkregen- und Hochwassergefahr im Ortsteil Wehingen. Bei der Ortsbegehung führte Ortsvorsteher Stefan Ollinger den Rundgang durch Wehingen an. Erfahrungen wurden in der Vergangenheit nur wenige gemacht, zu Problemen kam es nur durch Kanalrückstau in der Kapellenstraße und zu Oberflächenabfluss in der Vogelsbergstraße, ebenfalls nach einer Überlastung des Kanalnetzes. Die steile Straße ist bei Starkregen auch zukünftig durch Oberflächenabfluss besonders gefährdet. Dies soll beim Endausbau der Straße innerhalb des dort anschließenden Neubaugebiets besonders beachtet werden, um das im Straßenraum abfließende Wasser schadarm in das unterhalb gelegene Bachtal zu leiten. Insbesondere im östlichen Bereich des Neubaugebiets sind tiefer als das Straßenniveau gelegene Wohngebäude bei Starkregen gefährdet, wenn das Wasser in die Grundstücke abfließt und potenziell in Lichtschächte und Hauseingänge eindringen kann, sofern es nicht auf dem Grundstück abgeleitet werden kann. Zur privaten Eigenvorsorge wird im späteren Bürgerworkshop gesondert beraten.

Die weiteren Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte markiert.

Faha

27. Mai 2021

Der Name „Faha“ entstammt dem keltischen Wort für „Wasser“, entsprechend war durchaus von einer Betroffenheit durch Hochwasser und Starkregen auszugehen. Bei der Ortsbegehung zeigten Ortsvorsteher und Ortskundige sowie von Starkregen Betroffene dem Planungsbüro die markanten Problemstellen, ergänzt um die von Gemeindevertretern genannten neuralgischen Stellen und die Aussagen der erstellten Gefahrenkarten. Bei Starkregen besteht besonders vom Altenberg die Gefahr des Oberflächenabflusses zur Von-Vah-Straße – sowohl in westlicher als auch in südlicher Richtung. Die derzeit als Grünland bewirtschafteten Flächen sollten entsprechend erhalten bleiben, sodass die zusätzliche Gefahr von Bodenerosion vermieden wird. Im Bereich Von-Vah-Straße 44 kann das sich in der Straße sammelnde Wasser nicht in Richtung des Gliederbaches abfließen. Durch die Höhenlage und Neigung der Straße und dem Tiefpunkt zwischen Straße und Wohngebäude, staut sich das Wasser auch auf dem Privatgrundstück auf. Die vorhandenen Kanaleinlässe sind bei Starkregen überlastet oder durch den transportierten Schlamm und Geröll zugesetzt.

In der Straße „Zur Niederhaardt“ kam es durch Hochwasser des Gliederbaches zu überfluteten Gebäuden, da das Wasser am Brückenbauwerk zurückstaute und ausuferte. Bei der zukünftigen Sanierung des Brückenbauwerks soll dieses hydraulisch optimiert werden und bereits ein Bypass bzw. Notüberlauf geplant und realisiert werden. Weitere Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte aufgeführt.

 

Weiten

27. Mai 2021

Zur Ortsbegehung in Weiten wurden Planungsbüro und die Vertreter des Bauhofs und der Gemeinde Mettlach unterstützt durch den Weitener Ortsvorsteher und den Bezirkslöschführer. Nach Starkregen und auch länger anhaltenden Regenfällen kommt es in Weiten erfahrungsgemäß zur Ausuferung von Entwässerungsgräben oberhalb der Wiesenstraße und der Straße „Im Herker“. Durch den Abfluss in die Bebauung waren auch bereits Wohngebäude betroffen oder gefährdet. Entlang der Wiesenstraße, bis zum Kreuzungsbereich der Trierer Straße (L 176), fließt der Geitzenbornbach verrohrt – am Einlassbauwerk oberhalb der Wiesenstraße kommt bei hoher Wasserführung zu einem Übertritt des Gewässers auf die Straße. Durch höher liegende Landesstraße kann das Wasser nicht wieder in den unterhalb offenen Bach abfließen und es kommt zur breitflächigen Ausbreitung des Wassers im Kreuzungsbereich.

Ebenfalls durch Oberflächenabfluss aus dem Außengebiet betroffen waren Gebäude in Verlängerung des Hohlweges an der Merziger Straße. Hier wurden bereits Maßnahmen ergriffen, um die Wasseraufnahme des Kanals zu optimieren. Bei Starkregen sind diese Anlagen jedoch überlastet und das Wasser überströmt die Einlassroste und fließt in die Merziger Straße ab.

Der Bereich der Kita und des Gemeindehauses ist entsprechend der Starkregengefahrenkarte ebenfalls besonders gefährdet. Entsprechende Maßnahmen wurden vor Ort diskutiert. Weitere Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte dargestellt.

 

Saarhölzbach

25. Mai 2021

Der Start der Ortsbegehung war das Feuerwehrhaus am Einlassbauwerk des Saarhölzbachs in die innerörtliche Verrohrung. Spätestens hier kann es zu einem Abfluss in den Ort kommen, wenn das Gitter vor der Verrohrung mit Treibgut und Material zugesetzt ist und das Wasser auf die Straße übergeht. Unter Führung des Ortsvorstehers Christian Stutz und Vertretern des Bauamts der Gemeinde, wurden die bekannten Gefahrenstellen bei Hochwasser der Saar und bei Starkregen begangen. Die Bundesstraße bietet einen Hochwasserschutz der unteren Ortsbebauung gegenüber der Saar – jedoch nur bis zum definierten Bemessungsereignis. Ein Extremereignis kann die Bundesstraße überströmen und würde die Straße „Im Saartal“ und die dortige Bebauung bis zum Bahnkörper fluten. Insbesondere neu hinzugezogenen Bewohnern ist diese Tatsache nicht bewusst. Eine entsprechende Sensibilisierung der potenziell Betroffenen ist eine Maßnahme, die in das Vorsorgekonzept aufgenommen wird. Zusätzlich ist im Rahmen des Konzeptes zu klären, ob der Damm der Bundesstraße auch als Hochwasserdeich gebaut wurde und wie die Funktionsfähigkeit des Pumpwerks auch im Ereignisfall durch die Zuständigen (EVS und WSA) sichergestellt werden kann.

Auch die Starkregengefährdung ist Bestandteil der Überflutungsvorsorge. Durch Oberflächenabfluss sind innerörtliche Straßen bei Starkregen betroffen, hier angrenzende Grundstücke können je nach Höhenlage zur Straße durch Abfluss betroffen sein. Außerdem sind generell die kleineren Gewässer bei Starkregen sehr schnell hochwasserführend, was in Saarhölzbach durch die dicht bis an den Bach bebauten Grundstücke in der Bachstraße zu einem großen Gefährdungspotenzial führt. Auch die Weiher – sowohl innerhalb des Ortes als auch die im Oberlauf des Baches – bedeuten durch die Lage im Hauptschluss des Gewässers ein gewisses Risikopotenzial. 

Die bei der Ortsbegehung betrachteten Stellen sind in der Karte markiert.

 

Orscholz

19. Mai 2021

Zur zweiten Ortsbegehung in Mettlach begleitete das Planungsbüro Vertreter des Ortsteils, von Gemeinde und Bauhof sowie der örtlichen Feuerwehr durch Orscholz. Aufgrund der Höhenlage auf dem Plateau oberhalb der Saarschleife ist die Ortslage vergleichsweise gering gefährdet. Erfahrungen mit Oberflächenabfluss und Schäden nach Starkregen hat es in den letzten Jahren nicht gegeben. Größere Einsätze der Feuerwehr sind bereits länger her. Probleme gab es vereinzelt durch Kanalrückstau. Die für die Gemeinde im Entwurf vorliegende Starkregengefahrenkarte bildet dennoch Problembereiche innerhalb der Bebauung ab, die bei größeren als den bisher erlebten Ereignissen zu betroffenen Wohngebäuden führen. In der Übersichtskarte sind die bei der Ortsbegehung besichtigten Stellen vermerkt. Der Weselbach fließt am Baugebiet „Kahlenbruch“ entlang und ist in einem Abschnitt verrohrt. Bei Starkregen und Überlastung des gestreckten Gewässerverlaufs kann es vor dem Durchlass zu einem Übertreten des Wassers auf die Saarbrücker Straße und angrenzende Grundstücke kommen. Weitere Abflusskonzentrationen sind in der Alfred-Becker-Straße, im Bereich des Kindergartens, zu erwarten. Hier sind Maßnahmen zur schadarmen Ableitung des Wassers im Straßenraum in die unterhalb liegenden Wiesen möglich. Ebenfalls starkregengefährdet sind die Straßen „Brückweg“, „Zum Großwald“ und „Zum Commetsteinchen“, dem Einzugsgebiet des Kommetsteiner Baches oberhalb des Friedhofs. In diesem innerörtlichen Bereich sind an Einzelobjekten Maßnahmen der Eigenvorsorge notwendig, da tieferliegende Gebäudeeingänge und Garageneinfahrten bei Oberflächenabfluss betroffen sein können.

 

Mettlach und Keuchingen

17. Mai 2021

Gemeinsam mit Vertretern des Bauamts und des Bauhofs der Gemeinde Mettlach, der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes und unter Begleitung des Mettlacher Ortsvorstehers, Heiner Thul, wurden die bebauten Ortsbereiche von Mettlach und Keuchingen inspiziert. Grundlage für die Begehung und die Besichtigung der neuralgischen Punkte waren die Erfahrungen von Feuerwehr und Bauhof. Es wurden alle bekannten Einsatzstellen der letzten Starkregen- und Unwetterereignisse angeschaut: Wo kam es zu betroffenen Gebäuden und Oberflächenabfluss innerhalb der Bebauung? Wo traten Gewässer über die Ufer oder waren Einlassbauwerke verstopft? Zusätzlich wurden die mittlerweile im Entwurf vorliegenden Starkregengefahrenkarten mit den bekannten kritischen Punkten abgeglichen.

In der Karte sind die vor Ort besichtigten Stellen gekennzeichnet. Kernbereiche waren Ziegelberg/ Waldstraße, Bocksberg, Moselbach und Geißertsweg/ Deponie in Mettlach sowie die Straße „Am Bohnenberg“ und der Zusammenfluss von Braschbach und Keuchingerbach oberhalb der Bebauung in Keuchingen.