Gemeinde Illingen

Die Gemeinde lllingen beabsichtigt, ein örtliches Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept für alle sechs Ortsteile zu erstellen. Damit sollen Schadensursachen aufgearbeitet und die Hochwasser­ und Starkregenvorsorge auch für größere Ereignisse umfassend vorangetrieben werden.

Die Gemeinde lllingen umfasst die sechs Ortsteile lllingen, Uchtelfangen, Wustweiler, Hüttigweiler, Hirzweiler und Welschbach. Sie wird vorwiegend von der namensgebenden III entwässert. Dem Haupt­gewässer fließen über Kerb- und Sohlenkerbtäler zahlreiche Nebenbäche zu, die oftmals im besiedel­ten Bereich einmünden: Seelbach, Düsterbach, Malzbach, Merch, Uchtelbach, Welschbach u. a.

Im Dezember 1993 ereignete sich das letzte große Bachhochwasser an der Ill. Legt man die in der jün­geren Vergangenheit extremen Überflutungen zu Grunde, die auch in lllingen nicht auszuschließen sind, sollten sich neben Land und Landkreis auch die Gemeinde und ihre Bevölkerung sowie Industrie und Gewerbe auf extreme, bisher noch nicht erlebte Überflutungen vorbereiten. Aufgrund des Natur­schutzgroßvorhabens „Täler der Ill und ihrer Nebenbäche“ sind viele strukturelle Maßnahmen am Ge­wässer und im Bereich der Talauen durchgeführt worden. Diese können jedoch keine größeren Über­flutungen wirksam abmildern.

Im Unterschied zu „Flusshochwasser“, das ganze Flussläufe betrifft und durch großflächige Beregnung des Einzugsgebiets verursacht wird, spricht man von Starkregenereignissen, wenn intensive Nieder­schläge kleinräumig auftreten und örtlich begrenzt Hochwasser in kleinen Bächen, Tiefenlinien und Muldenlagen verursachen. Die Übergänge können fließend sein. Insbesondere 2016 und 2018 wurde das Saarland von Unwettern mit außerordentlichen Überflutungen betroffen. Auch im Bereich der Ge­meinde lllingen gab es v.a. in den Ortsteilen Wustweiler und Hüttigweiler Schäden, selbst in Höhenlage, weitab von den Bächen. Klimaexperten gehen davon aus, dass aufgrund des Klimawandels in Zukunft vermehrt mit extremen Wetterereignissen, vor allem auch mit Starkregen, zu rechnen ist.

Bürgerveranstaltungen

Bürgerforen

 

Bürgerforum Illingen

25.05.2022

Nur rund 20 Personen waren im Hauptort Illingen zum Bürgerforum gekommen, um sich über das Vorsorgekonzept zu informieren. Wolfgang Scholl, Ortsvorsteher des Ortsteils Illingen, begrüßte die interessierten Bürgerinnen und Bürger und leitete den Vortrag des Planungsbüros Hömme ein. Zum Abschluss der ersten Runde der Bürgerforen in der Gemeinde wurden auch für Illingen die im Entwurf vorliegenden Starkregengefahrenkarten vorgestellt und die über die Ill hinausgehende Hochwasser- und Starkregengefährdung im Ortsteil dargestellt. Durch die Rückmeldung der Anwesenden wurden die Karten an einzelnen Stellen bereits validiert – dort, wo bereits Erfahrungen bei stärkeren Regen vorliegen, konnten die aus der Karte hervorgehenden Gefahrenstellen für die weitere Maßnahmenanalyse festgehalten werden. Er wurden aber auch zusätzliche Bereiche aufgenommen, die bei internen Nachbegehungen durch das Planungsbüro verifiziert werden sollen, so. u.a. in der Gymnasialstraße und der Brunnenstraße und im Oberlauf der Merch (Absinkweiher).

Auch in Illingen wurde ausführlich über die Eigenvorsorge und richtige Vorbereitung auf Überschwemmungsereignisse informiert. 

 

Bürgerforum Hirzweiler

23.05.2022

Mehr als 30 Interessierte besuchten das Bürgerforum für den Ortsteil Hirzweiler und wurden durch Ortsvorsteher Ralf Fischer begrüßt. Nach den einleitenden Worten seitens der Gemeinde wurde den Anwesenden die Problemlagen bzw. potenziellen Gefahrenstellen für die beiden Ortsteile vorgestellt. Hierzu bezog sich das projektbeauftragte Planungsbüro Hömme auf die Darstellungen in den Hochwasser- sowie Starkregengefahrenkarten und ergänzend auf die Erfahrungsberichte, die ihnen bei der vorangegangenen Ortsbegehung aus Sicht der örtlichen Vertreter, geschildert wurden. Die Starkregengefahrenkarten liegen derzeit noch in einer Entwurfsfassung vor und werden nach Freigabe des Konzeptes veröffentlicht werden. Die Gefahrenkarten verdeutlichen, dass es für jeden Einzelnen wichtig ist, sich auf Überschwemmungsereignisse vorzubereiten und über die Gefahren und das konkrete Risiko am Wohnort Bescheid zu wissen, um die Eigenvorsorge optimal anzugehen. Was dazu gehört, wie man sich vorbereitet und im Ereignis verhält und wie man das eigene Wohnhaus hochwassersicher macht – diese Themen wurden im Rahmen der gestrigen Veranstaltung umfassend erläutert. 

In der daran anschließenden Diskussion mit den Teilnehmenden wurden dann Ergänzungen, Anmerkungen und Hinweise zu den Gefahrenpunkten aufgenommen und neue, noch nicht erfasste Punkte ergänzt. Von den Bürgerinnen und Bürgern angesprochene Probleme und Hinweise zur weiteren Aufarbeitung waren:

  • Retentionsraum am Hirzweiler Bach in Ortsrandlage schaffen (Standortvorschläge werden im weiteren Projektverlauf geprüft), Gewässerunterhaltung, geplante innerörtliche Siedlungserweiterung im Gewässerumfeld, Weiheranlage in westlicher Ortsrandlage
  • Oberflächenabfluss aus westlicher Richtung, die Straße „Am Zimmerplatz“ betreffend
  • Oberflächenabfluss aus südlicher Richtung, die Straße „In den Masuren“ betreffend
  • Einlassbauwerk am Münchbach, Gewässerunterhaltung im oberhalb angrenzenden Gewässerabschnitt (hohe Gefährdung durch wilden Bewuchs, Totholz etc.), Zustand des Gewässers im Siedlungsbereich (Bachlauf ist teilweise überbaut)
  • Oberflächenabfluss (nord-) westlich der Leitenackerstraße wird in Straßenzug eingetragen und (oberflächlich) weitergeleitet
  • Oberflächenabfluss in der Faulenbergstraße (Berichten zufolge führte Veränderung der Entwässerungseinrichtungen zu oberflächlich abfließendes Wasser)
  • Retentionsraum an der Ill schaffen um Hochwassergefahrenlage für Unterlieger zu entlasten (bspw. im Mündungsbereich des Ahlenbaches in die Ill); Gewässerunterhaltung an der Ill; Gefahrenlage im Bereich der Hirzweiler Mühle (auch durch Hangentwässerung)

Weitere Hinweise und Anregungen können weiterhin über das Kontaktformular gemeldet werden.

Bürgerforum Uchtelfangen

16.05.2022

In der Sport- und Kulturhalle am Markt fand das Bürgerforum für Uchtelfangen statt. Mehr als 30 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um sich zu informieren und eigene Erfahrungen und Anregungen mitzuteilen. Wie auch in den bisher stattgefundenen Veranstaltungen in den anderen Ortsteilen, wurde auch in Uchtelfangen zunächst über die allgemeine Gefahrenlage informiert, die aus Starkregen in Ortslagen, an kleinen Bachläufe und Fließgewässern sowie durch Bachverrohrungen und  wild abfließendes Oberflächenwasser entsteht. In Uchtelfangen betrifft dies im Besonderen die Bereiche des Ortsteils am Uchtelbach, am Harzbach und am Malzbach. Erfahrungen mit Überschwemmungen und vollgelaufenen Kellern machte man aber auch bereits fernab der Bäche in der Ortsmitte, als nach stärkerem Regen das Wasser in der Josefstraße und im Kreuzungsbereich Friedrichstraße/ Ottweilerstraße aufstaute und nur verzögert im Kanal angeführt werden konnte. 

Die Starkregengefahrenkarten für Uchtelfangen legen nun zusätzlich weitere bei Starkregen kritische Bereiche dar, die durch Oberflächenabfluss betroffen sein können, so etwa die riegelhafte Bebauung entlang der Saarbrücker Straße oder auch die Gebäude unterhalb „Zu den Rechen“. Im Anschluss an den Vortrag und die Ausführungen zur privaten Eigenvorsorge, wurden die einzelnen neuralgischen Punkte gemeinsam analysiert, Anregungen und Erfahrungen aufgenommen und auch bereits mögliche Maßnahmen innerhalb des Konzeptes diskutiert. Weitere Hinweise und Anregungen können weiterhin über das Kontaktformular gemeldet werden.

 

Bürgerforum Wustweiler

09.05.2022

Rund 25 Interessierte waren in die Seelbachhalle gekommen, um sich über die Gefahrenlage im Ort bei Hochwasser und durch Starkregen informieren zu lassen und auch um ihre Ideen und Gedanken mit einzubringen bzw. dem Planungsbüro als weitere Arbeitsaufträge mitzugeben. Neben den bereits veröffentlichten Hochwassergefahrenkarten, die die Überschwemmungsflächen der Ill darstellen, wurden auch die im Entwurf zur internen Entwicklung des Konzeptes erstellten Starkregengefahrenkarten präsentiert. Diese werden noch finalisiert und sollen mit dem Konzept später durch die Gemeinde öffentlich zugänglich gemacht werden. Diese Karten stellen die Fließgeschwindigkeiten, Abflusskonzentrationen und Wassertiefen bei einem 50 mm- sowie einem 90 mm-Niederschlag dar (jeweils als Stundensumme).

Nach dem umfangreichen Vortrag zur privaten Eigenvorsorge und persönlichen Vorbereitung auf Überschwemmungsereignisse am eigenen Wohnort sowie dem Verhalten bei Hochwasser und den Möglichkeiten des privaten Objektschutzes, wurden die neuralgischen Punkte für Wustweiler zusammengetragen. Im gemeinsamen Austausch mit den Anwesenden konnten im Wesentlichen die Punkte bestätigt werden, die das Planungsbüro, basierend auf der Kartenanalyse und den Ortsbegehungen, zusammengetragen hatte. Folgende Sachverhalte wurden ergänzend hinzugefügt bzw. basierend auf eigenen Erfahrungen erläutert:

  • Oberflächenabfluss in der Illinger Straße: auf Höhe Illinger Straße 57 wird Wasser über Schotterweg auf die Straße geleitet; bisher liegen noch keine Schadensberichte vor
  • Oberflächenabfluss vom Stockberg, welcher über Hangflächen zur Rue Pierre Cristinelli geleitet wird: grundsätzlich abflusskritischer Bereich, Entwässerungseinrichtungen im Wald wurden als nicht funktionstüchtig/ nicht ausreichend unterhalten beschrieben
  • Heinrichstraße/ Lebacher Straße: Oberflächenabfluss, inklusive Bodenmaterial der Maisäcker, wurde bei Starkregen über Heinrichstraße zur Lebacher Straße geleitet
  • Düsterbach: bei Hochwasserereignis 2016 versagte Brückendurchlass und Gewässer floss oberflächlich über Straße ab; als eine Ursache wurde das mittransportierte Material aus den oberhalb befindlichen Waldflächen im Einzugsgebiet des Gewässers angemerkt
  • Weitere Hinweise, Ergänzungen oder auch Video- und Fotomaterial werden jederzeit hier entgegengenommen.

 

Bürgerforum Welschbach

04.05.2022

Nach der Begrüßung und ein paar einleitenden Worten seitens des Ortsvorstehers Christian Petry, übernahm Caroline Liebscher vom projektbeauftragten Planungsbüro Hömme das Wort und führte die rund 25 Anwesenden durch die Präsentation zu den Belangen der Hochwasser- und Starkregenvorsorge. Auf der Grundlage der im Entwurf vorliegenden Starkregengefahrenkarten und der Erkenntnisse aus den vorangegangenen Ortsbegehungen wurden jene Problembereiche und neuralgischen Punkte vorgestellt, die sich bei vergangenen Starkregen- und Hochwasserereignissen bereits als (besonders) kritisch erwiesen haben. In den Karten sind die Abflusskonzentrationen, Fließgeschwindigkeiten sowie Wassertiefen bei einem 50 mm – und einem 90 mm-Niederschlag (als Stundensumme) dargestellt. Die gerechneten Grundlagen konnten sowohl im Zuge der Ortsbegehungen als auch durch die Teilnehmer:innen der gestrigen Veranstaltung in großen Teilen bestätigt werden. Zu den präsentierten Sachverhalten wurden persönliche Einschätzungen und Erfahrungswerte der Anwesenden aufgenommen, die den Handlungsbedarf an einigen Stellen verdeutlichten. Neben der groben Erläuterung zu den Möglichkeiten der kommunalen Starkregenvorsorge, betonte die Referentin auch die Dringlichkeit und absolute Notwendigkeit der privaten Eigenvorsorge. Hierzu wurden unterschiedliche Aspekte erläutert, die vor, während und nach einem Ereignis zu beachten sind und es wurde aufgezeigt, welche konkrete Maßnahmen man auf dem eigenen Grundstück bzw. am Gebäude umsetzen kann und muss (Sicherung gegen Kanalrückstau), um sich bestmöglich zu schützen. Nähere Informationen zur privaten und persönlichen Eigenvorsorge sind hier gelistet.

Zu den Punkten, auf die die anwesenden Bürgerinnen und Bürger (ergänzend) eingegangen sind, zählten:

  • Bewuchs und Unterhaltungszustand entlang des Welschbaches; bei Hochwasserführung befindet sich viel Treibgut, Gehölz und zum Teil private Lagerungen im Gewässer, sodass Durchlass- und Einlassbauwerke sich zusetzen und es zu massiven Rückstau kommt
  • verrohrte Abschnitte am Welschbach als besonders neuralgische Engstellen im Hochwasserfall; teilweise befinden sich Verrohrungen auf privaten Flächen,- hier besteht ein gesonderter Handlungsbedarf im Sinne der Allgemeinheit
  • bei Starkregen kommt es zusätzlich zu einer massiven Belastung des Welschbaches durch die Regenüberlaufbecken, die innerorts in den Bach entwässern
  • Kupferne Hölle/ Rosengarten: Starkregenabfluss über im Süden befindliche Maisfläche wird (unkontrolliert) zur unterhalb angrenzenden Bebauung geführt
  • Abflusskonzentrationen über die (Verlängerung der) Rothöllstraße, die bis ins Ortsinnere zur Karlsstraße geleitet werden
  • Zum Hexenberg/ Scheibenweg: zwar sind hier noch keine Schadensereignisse bekannt, jedoch wurde auf Gefahrenpotenzial durch die im Norden angrenzenden Hangflächen hingewiesen (diese Einschätzung entspricht auch den Darstellungen der Starkregengefahrenkarten)

Weitere Hinweise und Anregungen können weiterhin über das Kontaktformular gemeldet werden.

 

Bürgerforum Hüttigweiler

2. Mai 2022

Mehr als 25 Interessierte besuchten das Bürgerforum für den Ortsteil Hüttigweiler und wurden durch Ortsvorsteher Guido Jost begrüßt. Der Abend diente der grundsätzlichen Information über die Auswirkungen, die durch Starkregen und Bachhochwasser entstehen und die Schäden auf Grundstücken und an sowie in Wohngebäuden verursachen. Für jeden Einzelnen ist hier wichtig, sich auf Überschwemmungsereignisse vorzubereiten und über die Gefahren und das konkrete Risiko am Wohnort Bescheid zu wissen, um die Eigenvorsorge optimal anzugehen. Was dazu gehört, wie man sich vorbereitet und im Ereignis verhält und wie man das eigene Wohnhaus hochwassersicher macht, darüber informierte das Planungsbüro Hömme in einem Vortrag. Im Anschluss wurden die innerhalb des Projektes erstellten Starkregengefahrenkarten vorgestellt und die konkreten Problemstellen in Hüttigweiler aufgezeigt, so wie sie sich aus der Kartenanalyse und der internen Ortsbegehung mit Gemeinde, Abwasserwerk und Feuerwehr ergaben. In der Diskussion mit den Teilnehmenden wurden dann Ergänzungen, Anmerkungen und Hinweise zu den Gefahrenpunkten aufgenommen und neue, noch nicht erfasste Punkte ergänzt.

Als wesentliche kritische Bereiche in Hüttigweiler wurden festgehalten:

  • Jakobstraße
  • Brückenstraße/ Fliederstraße/ Talstraße
  • Drosselweg
  • Provinzialstraße (Bereich Friedhof)/ Friedhofstraße
  • Provinzialstraße/ Tankstelle Ortsausgang Richtung Hirzweiler
  • Ill-Brücken
  • Bergstraße/ Schubertstraße
  • Schiffweilerstraße
  • Ahorn-, Akazien-, Buchen- und Kiefernweg (Ailsbach)
  • Erlenweg/ Auf der Schiess

Ergänzungen, Fragen, Hinweise sowie Fotos und Videos von vergangenen Ereignissen oder Situationen können hier eingereicht und ergänzt werden.

 

Auftaktveranstaltung

Der erste Beigeordnete der Gemeinde, Hans-Peter Metzinger, begrüßte in Vertretung des Bürgermeisters Dr. Armin König die eingeladenen Gäste und die interessierten Bürgerinnen und Bürger. Rund 40 Personen hatten sich in der Illipse eingefunden, um zum Projektstart über die Inhalte und die Themen der bevorstehenden Bürgerforen informiert zu werden. Eingeladen waren neben der Bevölkerung auch Vertreter:innen des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, der Feuerwehren und des Forsts sowie von LfS und EVS und zu den Anwesenden zählte auch der Gewässerschutzbeauftragte Patrick Kappenstein.

Christof Kinsinger vom Internationalen Betreuungszentrum für Hochwasserpartnerschaften eröffnete anschließend mit seiner Präsentation den inhaltlichen Informationsteil der Veranstaltung, führte in die Thematik ein und stellte dar, wie die Abläufe und Auswirkungen von Starkregenereignissen in den letzten Jahren zugenommen haben und auf welche Entwicklungen man sich in Zukunft einstellen muss. Darüber hinaus stellte er die Strategie des Landes dar, das mit der Aufstellung der kommunalen Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzepte sinnvolle Maßnahmen für jede Ortsgemeinde entwickeln lässt, sodass ortsbezogen Schritt für Schritt die Vorsorge verbessert werden kann und die Bürgerinnen und Bürger für die Thematik sensibilisiert und über die Möglichkeiten der privaten Eigenvorsorge informiert werden.

Anschließend übernahm Elmar Gatzen das Wort, der als Geschäftsführer des beauftragten Planungsbüros das Büro kurz vorstellte. Projektbearbeiterin Caroline Liebscher informierte dann zum Abschluss über die geplanten Bürgerforen, die Möglichkeit zur Beteiligung im Projekt und zur Meldung von Gefahrenstellen, Hinweisen, Anmerkungen und Lösungsvorschlagen. Dies kann in den einzelnen Ortsterminen geschehen oder bereits vorab sowie im laufen Projekt online auf dieser Seite.

 

Ortsbegehungen

 

Ortsbegehung Welschbach

10. September 2021

Im gleichnamigen Ortsteil bergen der Welschbach und seine Nebenbäche ein hohes Gefahren- und Schadenspotenzial bei Starkregen. Hier fand die letzte Ortsbegehung statt,; damit sind alle Ortsteile der Gemeinde das erste Mal besichtigt worden. Ein Grund für die letzten Hochwasserereignisse wird auch aus Richtung der Ortslage Stennweiler gesehen, die am Oberlauf des Welschbaches liegt. Laut Aussage wird Oberflächenabfluss hier schnell in das Gewässer abgeleitet, sodass der Welschbach im (Stark-)Regenfall schnell ansteigt. Das große Hochwasserereignis 1999 wurde dadurch wohl stark beeinflusst. Die Starkregengefahrenkarten zeigen zusätzlich die Abflüsse aus dem Außengebiet in die Ortslage Welschbach. Die Gewässer, insbesondere der namensgebende Bach, sind teilweise verrohrt und verlegt und in Abschnitten nur schwer zugänglich, um Unterhaltungsmaßnahmen durchzuführen. Gerade solche Bachläufe sind bei Starkregen schnell überlastet, ufern aus und sorgen für große Schäden. Im Rahmen der Konzepterstellung sollen für den Bachlauf geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Gefahrensituation erstellt werden.

Die bei der Ortsbegehung besichtigten neuralgischen Punkte sind in der Übersichtskarte dargestellt.

 

Ortsbegehung Hirzweiler

9. September 2021

Zur Ortsbegehung in Hirzweiler wurden Gemeindevertreter und Planungsbüro von Ortsvorsteher Ralf Fischer begleitet. Begonnen wurde am Hirzweiler Bach, der bereits mehrfach für Überschwemmungen sorgte. Zwischen den Privatgrundstücken der Leiwieserstraße und Am Zimmerplatz verläuft das Gewässer in mehreren Abschnitten verrohrt, so auch unter dem ehemaligen Sportplatz. Durch die verrohrten Abschnitte kommt es zu Rückstau bei hoher Wasserführung, die vor allem an der kreuzenden Dorfwaldstraße für breite Ausuferungen und Überflutungen der angrenzenden Grundstücke und Gebäude vor dem Straßendurchlass sorgte. Dabei war auch das Gerätehaus der Feuerwehr betroffen. Zwischen Dorfwaldstraße und Raiffeisenstraße fließt der Bach wieder offen in einer Geländesenke, wodurch es vor der höher gelegenen Raiffeisenstraße bei Starkregen ebenfalls zu einem breitflächigem Einstau der Flächen kommt, Dies muss bei den geplanten Bauvorhaben in diesem Bereich unbedingt berücksichtigt werden.

Der Münchbach tritt von Norden kommend im Bereich der Leitenackerstraße in die Bebauung ein. Hier besteht ein großes Einlassbauwerk mit Rechen, dass das Gewässer und das zufließende Außengebietswasser in eine Verrohrung führt – bis zur Einleitung in die Ill am Brückenbauwerk in der Straße. Hier kommt es bei Vollfüllung des Rohrs zu einer hydraulischen Überlastung, wodurch die angrenzenden Grundstücke an der Ill betroffen sind. 

Weitere Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte markiert.

 

Ortsbegehung Hüttigweiler

2. September 2021

Mit Vertretern der Feuerwehr, der Gemeinde und dem Ortsvorsteher Guido Jost wurden die Gefahrenstellen in Hüttigweiler angeschaut – solche, die bei früheren Starkregen zu Einsätzen der Feuerwehr führten und weitere, die sich aus der Starkregengefahrenkarte ergeben. Schadenschwerpunkte waren in Hüttigweiler zuletzt die Wohnstraßen im Nordwesten des Ortsteils: Ahornweg, Buchenweg, Akazienweg und Tholeyer Straße. Noch zu ermitteln ist, wodurch die vollgelaufenen Keller und Überschwemmungen in den Straßen ausgelöst wurden – ob es durch Kanalrückstau oder durch Oberflächenabfluss zu den Schäden kam. Dies soll mit den Anliegern im späteren Bürgerforen geklärt werden. In weiteren (potenziell) betroffenen Bereichen in Hüttigweiler – in Brücken- und Fliederstraße, Friedhofstraße, Schiffweilerstraße – führt Starkregen zu wild abfließendem Wasser aus dem Außengebiet in die bebaute Ortslage. In Verbindung mit der landwirtschaftlichen Nutzung, der Bodenbeschaffenheit und dem Grad der Bearbeitung sowie der Festigkeit des Bewuchses, kann Starkregen zu erhöhter Bodenerosion und Schlammeintrag in den Ort führen. Hier ist eine besonders sensible und bodenschonende Bewirtschaftung anzuraten. Die Entwässerungseinrichtungen im Übergang von AUßengebit zur Ortslage sind an einigen Stellen zu optimieren, um auch bei stärkerem Regen und Materialabfluss noch funktionsfähig zu bleiben bis die Kapazität des Kanals erreicht ist.

Im Überschwemmungsgebiet der Ill befindet sich unmittelbar keine Bebauung. Wichtig ist dennoch, an den Brückenbauwerken den Durchfluss dauerhaft zu gewährleisten und dazu die Unterhaltung der Ein- und Auslassbereiche regelmäßig durchzuführen.

Die weiteren Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte markiert.

 

Ortsbegehung Uchtelfangen

2. September 2021

Bei der Ortsbegehung in Uchtelfangen wurden die neuralgischen Punkte der Starkregenereignisse 2016 bis 2018 besichtigt. Die Erkenntnisse decken sich mit den Angaben der neu erstellten Starkregengefahrenkarten. Unter Führung von Ortsvorsteher Stefan Maas begann die Ortsbegehung in der Straße Am Marktplatz. Die Vertreter der Gemeindeverwaltung und des Bauhofs sowie Löschbezirksführer Roland Rachor zeigten dem Planungsbüro den Zusammenfluss von Harzbach und Uchtelbach, kurz vor dem Eintritt des Uchtelbaches in die innerörtliche Verrohrung, die bis unterhalb des Sportplatzgeländes reicht. Den Zustand der Bachverrohrung wird der Abwasserzweckverband Illtal kurzfristig prüfen. Aufgrund von innerörtlichen Überflutungsschäden nach Starkregen soll ermittelt werden, welchen Zustand die Verrohrung hat und welche Fremdeinleitstellen bestehen. Besonders betroffen bei den vergangenen Starkregenereignissen war die Ortsmitte im Kreuzungsbereich Josefstraße/ Ottweilerstraße/ Friedrichstraße/ Eckstraße, wo das Wetter binnen Minuten bis zu 40 cm anstieg und in nicht gesicherte Lichtschächte, Tiefgaragen und Hauseinfahrten einströmte, u.a. auch wiederholt in das Geschäftshaus.

In der Göttelborner Straße kam es nach Starkregen zu Oberflächenabfluss in der Straße und zu einem Ausufern des Malzbaches sowie zur Überlastung der Kanalisation, von der Wohngebäude entlang des Baches betroffen waren. Weitere Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte eingetragen.

 

 

Ortsbegehung Illingen

29. Juli 2021

Der Fokus der Ortsbegehung lag auf der Ill: der innerörtliche Gewässerlauf wurde begangen und die Brücken- und Durchlassbauwerke eingesehen. Hierbei wurden wiederholt die Fragen „Was passiert bei Hochwasserführung der Ill?“, „Wo sind die kritischen Punkte, Engstellen am Gewässer, den Hochwasserabfluss erschweren?“ und „Wie kann eine naturnahe Umfeldgestaltung entlang des Gewässers mit der Hochwasser- und Starkregenvorsorge in Einklang gebracht werden?“ beleuchtet und an den entsprechenden Stellen seitens des Planungsbüros erläutert. 

Darüber hinaus wurden mittels der im Rahmen des Projekts zur Verfügung gestellten Starkregengefahrenkarte weitere Örtlichkeiten in Illingen zur weiterführenden Einschätzung des Gefahrenpotenzials fernab von innerörtlichen Gewässern begangen. Die Karten wiesen u.a. für den Merchweilerweg erhöhte Abflusskonzentrationen bei Starkregen auf, welche vor Ort von einem Anlieger bestätigt werden konnten. Die Flächen, die in Richtung der Straße entwässern werden landwirtschaftlich genutzt, sodass sich das Gefahren- und Schadenspotenzial verschärft, da hier das erhöhte Risiko massiven Bodenabtrags besteht.

Ein weiterer Hinweis erfolgte von den örtlichen VertreterInnen für den Straßenabschnitt der L112, nahe des Reitplatzes , auf der Höhe des Durchlassbauwerks an der Merch: hier kommt es bei intensiven Niederschlägen zur Überlastung der Straßenentwässerung und zum Einstau des Brückenabschnitts. An dieser Stelle konnte bereits ein Lösungsansatz seitens des Planungsbüros vorgeschlagen werden, der darauf abzielt durch Anpassungen des Bordsteins sowie des Wege-Quergefälles, den Abfluss in die Merch abzuschlagen. Diese Option gilt es im weiteren Verlauf der Konzepterstellung weiter zu prüfen, um die Problemlage entlasten zu können.

Die Stationen der Ortsbegehung sind in der Übersichtskarte markiert.

 

 

Ortsbegehung Wustweiler

29. Juli 2021

Der Wustweiler Seelbach liegt in der bebauten Ortslage stark eingeengt vor, die Anliegergrundstücke werden überwiegend bis zur Böschungskante genutzt, im unmittelbaren Gewässerumfeld befinden sich stark abtriebsgefährdete Materiallagerungen sowie Schuppen und Zäune sind über dem Gewässer gespannt. Durch diese Nutzungen erhöht sich das Verklausungs- und Rückstaupotenzial bei einer extremen Beaufschlagung des Gewässers um ein Vielfaches und somit auch das Schadenspotenzial für die umliegenden Grundstückseigentümer. Hinzu kommt der nicht mehr intakte, verrohrte Abschnitt vor der Straße „Zum Storckelborn“. Neben der baulichen Instandsetzung dieses Abschnitts besteht ein gesteigerter Bedarf der Sensibilisierung der Anlieger hinsichtlich einer sensiblen Grundstücksnutzung, die an einem Gewässer essenziell ist, um zum einen sein eigenes Hab und Gut weitmöglichst schützen zu können und zum anderen die Gefährdung der Nachbargrundstücke zu reduzieren. Dies wird neben der Erfassung der individuellen Erfahrungen der Bürgerinnen und Bürger auch Inhalt der noch ausstehenden Bürgerveranstaltung sein, die im weiteren Projektverlauf noch terminiert werden wird.

Neben der Gefährdung durch Bachhochwasser werden im Rahmen des Projekts zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge auch solche Punkte erfasst, von denen, fernab von innerörtlichen Gewässern, eine Gefährdung der Bebauung Wustweilers durch Starkregen initiierte Abflusskonzentrationen hervorgeht. In diesem Zusammenhang wurde seitens der örtlichen VertreterInnen beispielsweise auf die Flächen oberhalb der Straße „Zum Steinertswald“ verwiesen. Hier entwässern die Hangflächen in Richtung des parallel angrenzenden Bebauungsriegel, wodurch Anlieger bereits zu Schäden kamen und nachfolgend punktuelle Schutzvorkehrungen umgesetzt haben.

Eine weitere Straße, die bei intensiven Niederschlägen als wasserführend beschrieben wird, ist die Pastor-Schulz-Straße,- hier sammelt sich das Wasser aus den nördlich angrenzenden Flächen und konnte bisher, laut Angaben der Ortskundigen, schadarm in Richtung Ill weitergeleitet werden. 

Diese und weitere Stationen der Ortsbegehung können dem nachfolgenden Kartenausschnitt entnommen werden.