Stadt Wadern

Die Stadt Wadern weitet die Vorsorge gegen Hochwasser und Starkregen aus und erstellt ein umfassendes Maßnahmenkonzept für alle Stadtteile.

Die Stadt Wadern liegt mit ihren 13 Stadtteilen im Nordosten des Landkreises Merzig-Wadern und ist eine der größten Flächenkommunen im Saarland (111,14 km²). Größtes Gewässer ist die Prims, der zahlreiche wasserreiche Nebenbäche aus dem Schwarzwälder Hochwald zufließen (Losheimer Bach, Löster, Wadrill, Wahnbach). Daneben gibt es zahlreiche kleinere Bäche. In der jüngeren Vergangenheit kam es zu erheblichen Überschwemmungen in den Stadtteilen, insbesondere 2018.

Am 11. Juni 2018 kam es durch Starkregen zu nie zuvor erlebten Überschwemmungen im Stadtgebiet. Rund um den Marktplatz in Wadern entstand innerhalb weniger Minuten ein reißender Fluss, der in der Folge die Unterstraße flutete, um kurze Zeit später auch die Franz-Haas-Straße unpassierbar zu machen. Vor der Herbert-Klein-Halle bildete sich ein metertiefer See, der Keller der Herbert-Klein-Halle lief voll und auch das Freibad wurde überflutet. Nicht nur im Stadtteil Wadern ging die Welt förmlich unter. Besonders getroffen wurden auch die Stadtteile Morscholz, Löstertal und Bardenbach. Die ernüchternde Bilanz stadtweit: etliche vollgelaufene Keller, verwüsteter Wohnraum und beschädigte Straßen. Schon vor dem 11. Juni hat die Stadt Wadern viel Geld und Engagement in die Entflechtung von Wasserströmen gesteckt.

Zudem war die Stadt bereits damals Teil eines Modellprojekts zur Starkregenvorsorge, das durch das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes gefördert wurde. In Zusammenarbeit mit Fachleuten der geomer GmbH wurde 2019 eine erste Starkregengefahrenkarte für das Stadtgebiet erstellt und veröffentlicht. Die Karte zeigt sehr genau auf, welchen Weg das Wasser zu den Fließgewässern nimmt und simuliert theoretische Starkregenereignisse mit unterschiedlichen Wassermengen. So lassen sich gezielt Maßnahmen erarbeiten, wie das Wasser besser umgeleitet werden kann. Eigentümern einer Immobilie zeigt die Karte, wer wo und in welchem Ausmaß gefährdet ist. Die Karten simulieren allerdings nur eine Modellsituation, also stetigen Regen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie können dabei nicht die Wirklichkeit eins zu eins detailliert abbilden – dafür sind Wetterereignisse zu lokal und zu unterschiedlich in der Intensität. Das Kartenmaterial zeigt aber sehr deutlich auf, wie sich Starkregen vom Grundsatz her im Stadtgebiet auswirkt und welche Gefahrenlagen besonders exponiert sind. Die Karten bieten auch eine Grundlage für das nun stadtweit erarbeite Maßnahmenkonzept zur Starkregen- und Hochwasservorsorge.

Bürgerbeteiligung

Das Projekt sieht eine intensive Bürgerbeteiligung vor, in der informiert, sensibilisiert und zur Eigenvorsorge beraten wird. Außerdem sind Ihre Erfahrungen, Erlebnisse und Hinweise, Ideen und Maßnahmenvorschläge gefragt und werden im Rahmen der Veranstaltungen sowie fortlaufend im Projekt aufgenommen, um sie bei der Entwicklung wirkungsvoller Maßnahmen zu berücksichtigen.

Voraussichtlich Anfang 2027 beginnt der Prozess der Bürgerbeteiligung mit einer zentralen Auftaktveranstaltung und anschließenden Bürgerforen für jeden Stadtteil. Bereits vorab können Sie auf hier unter dem Fled „Ereignis melden“ per Formular am Konzept mitwirken, indem Sie uns Ihre Erfahrungen mitteilen, Fotos und Videos vergangener Ereignisse zur Verfügung stellen, Ideen vorschlagen, Hinweise zu Gefahrenstellen geben oder Fragen zu örtlichen Situationen stellen, die wir im Austausch mit vielen beteiligten Akteuren versuchen zu beantworten. 

Ortsbegehungen

Zu projektbeginn werden interne Ortsbegehungen durch das Planungsbüro Hömme GbR durchgeführt, um gemeinsam mit Vertretern u.a. der Stadt und der Stadtteile, der Stadtwerke, der Freiwilligen Feuerwehr und des Bauhofs die bereits bekannten Problemstellen sowie die aus der Gefahrenkartenanalyse ermittelten neuralgischen Punkte in den Stadtteilen zu besichtigen und für das Konzept zu erfassen. 

An dieser Stelle werden wir nach den Ortsbegehungen kurz über diese berichten.